Erzählcafé: Valentin Wettlaufer berichtet über die Entwicklung des Wohngebiets

Ein Zuhause auf dem Berg

Hergehört: Erzähler Valentin Wettlaufer unterhielt die Zuhörer beim ersten Erzählcafé am Johannesberg. Mit von der Partie waren Pfarrer Holger Grewe und Moderator Bernhard Kramp (links). Foto: Stöcker

Bad Hersfeld. Wenn das kein guter Anfang war: Etwa 50 Personen kamen zum ersten Erzählcafé, das am Donnerstag im evangelischen Gemeindezentrum Johannesberg stattgefunden hat. „Mein Leben auf dem Johannesberg, unser Leben in Bad Hersfeld hier, unser Weg hierhin, wie leben wir?“, lautete der etwas umständliche Titel. Pfarrer Holger Grewe und Moderator Bernhard Kramp freuten sich jedenfalls, dass sie auf Anhieb eine so große Gruppe von Besuchern begrüßen konnten.

Bevor Valentin Wettlaufer, einer der ersten Bewohner des Johannesbergs, zu erzählen begann, gab es Kaffee und Kuchen, dann spielte die erst neunjährige Mine Waskowiak ein kleines Klavierstück.

Wettlaufer, 1934 geboren, lebte damals in Asbach. Nach seinem Studium suchte er einen Bauplatz am Johannesberg. Den fand er, kaufte ihn und fing 1968 an, das Grundstück zu bebauen. Er war der Fünfte, der am Johannesberg einzog. Das neue Baugebiet war vor allem reizvoll für diejenigen Bauherren, die knapp kalkulieren mussten, heißt es. Bauplätze dort waren damals relativ preiswert. 1965 wurden die Planungen für drei Hochhäuser am Johannesberg in Angriff genommen und 1968 begannen die Bauarbeiten.

Moderator Bernhard Kramp fragte Wettlaufer, was für ihn der Johannesberg bedeute. Der Johannesberg sei für ihn der Wohnort, wo er am längsten wohne, nämlich 43 Jahre lang. Als er dort hinkam, bestand der Johannesberg aus ein paar Häusern, vielen Äckern und Feldern.

Starker Zusammenhalt

So kam es, vor allem im Winter, auf gute Nachbarschaftsgemeinschaft an: „Es fuhren keine Busse, mit denen die Kinder zur Schule fahren konnten. So wurden Fahrgemeinschaften gebildet und manchmal saßen fünf bis sechs Kinder im Auto“, erzählte Wettlaufer lachend.

Er verfolgte die komplette Entwicklung des Johannesbergs, der damals kirchlich zur Stadtkirche gehörte, und heute wieder dazu zählt. Nur der Friedhof, der würde durch das Wasserschutzgebiet zur Hohen Luft zugeordnet werden, schilderte Pfarrer Grewe der aufmerksamen Runde. Nacheinander wurden die Kirche, ein Glockenturm und ein Gemeinderaum gebaut.

Nachdem sich zweimal ein tragischer Unfall auf dem Johannesberg ereignet hatte, wurde auch eine Ampelanlage errichtet, führte Wettlaufer weiter aus. Nach seinen Erzählungen von der Entstehung des Johannesbergs, wurden schließlich die Teilnehmer gefragt was für sie der Johannesberg bedeute.

„Hier wohnen Pioniere“

„Hier oben wohnen die Pioniere“ – diesen Gedanken hatte Pfarrer Grewe als er sich damals, dort oben am Berg, bewarb. Von früher bis heute herrsche ein Zusammenhalt am Johannesberg. Am Ende des ersten Erzählcafés waren sich so alle einig: „Der Johannesberg ist unser Zuhause.“

Von Franziska Stöcker

Kommentare