Hoteliers und Gastronomen ziehen überwiegend positive Bilanz der Sommerzeit

Zufrieden mit der Saison

Hanns-Karl Madelung

Bad Hersfeld. Nach den Sommerferien herrschen bei den meisten Hoteliers und Gastronomen in der Region eitel Freud’ und Sonnenschein. Die Krise scheint überwunden. „Das Geschäft hat sich erstaunlich gut entwickelt, die Saison ist gut verlaufen“, sagt Hanns-Karl Madelung vom Bad Hersfelder Hotel Wenzel, der auch Vorsitzender des Hotel- und Gaststättenverbandes ist.

Der Hotelbetrieb laufe gut, nur in der Gastronomie merke er noch eine gewisse Zurückhaltung. Allerdings blickt er – wie seine Kollegen – mit Sorge auf die Zuschauerentwicklung der Bad Hersfelder Festspiele, die für Gäste bis über die Kreisgrenzen hinaus sorgen. „Die Festspiele sind ganz wichtig für uns“, sagt etwa Elke Lepper, Chefin im Hotel „Zum Stern“ in Oberaula. Auch sie ist mit der Saison zufrieden: „Es lief besser als im Vorjahr.“ Ihr Haus profitiert aber nicht nur von Festspielgästen, sondern auch von Golf-Spielern, darunter auch viele Skandinavier auf der Durchreise, die ein paar Tage bleiben, um ein paar Bahnen zu spielen.

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Hotelier Achim Kniese, der neben dem Bad Hersfelder Hotel „Zum Stern“ noch zwei Häuser am Kurpark betreibt, beschreibt seine Auslastung als „sehr ordentlich“, was allerdings der verstärkten Werbung bei Reiseunternehmen und im Internet zu verdanken sei. Zudem habe er Preisnachlässe gewährt. „Die Belegung ist gut, der Ertrag okay“, sagt Kniese.

Auch die Jugendherberge brummt. „Wir hatten das beste Jahr seit Inbetriebnahme, unsere 150 Betten waren fast immer ausgebucht“, berichtet „Herbergsvater“ Sascha Forderung. Er registriere einen klaren Trend zum Urlaub in Deutschland, viele seiner Gäste sind Familien mit Kindern, oft aber auch ganze Gruppen, die häufig mit dem Fahrrad unterwegs sind.

Quartiere werden knapp

Markus Göbel

Bei Hotelier Markus Göbel fällt die Bilanz zwiespältig aus. Die Festspielzeit sei in seinem Friedewalder Schlosshotel deutlich schlechter gelaufen als sonst. Er spüre den Rückgang der Festspielgäste. Für den August ziehe das Geschäft aber an. Ganz anders die Lage in Rotenburg. Göbels Hotel Rodenberg verzeichne ein 16 bis 17-prozentiges Umsatzwachstum. Das neue Konzept, sich mehr auf Privatgäste als auf Tagungsbesucher zu konzentrieren, „funktioniert sehr gut“.

Und es sind wohl noch Steigerungen möglich. „Wir kriegen die Gäste manchmal kaum unter“, berichtet Kerstin Schulz von der Touristen-Information in Rotenburg. Es fehlten Quartiere, eine weitere Pension werde gebraucht. Vor allem die arabischen Gäste, meist Angehörige von Patienten des HKZ, hätten Schwierigkeiten, geeignete Unterkünfte zu finden.

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Von Kai A. Struthoff

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