Die Gemeinde Ludwigsau feiert ihren Seniorennachmittag mit Musik und Lachern

Zucker im Nachttopf

Simulierte Diabetes: Justus (Torsten Nuhn-Schneider) ist scheinbar schwer erkrankt. Seine Frau, Christiane Stein (links), und die Gemeindeschwester Silke Ickler-Diebel wollen helfen. Foto: Schmidl

Friedlos. „Senioren sind eine wichtige Gruppe in der Gesellschaft“, hat der drei Tage zuvor wiedergewählte Bürgermeister Thomas Baumann 220 Ludwigsauer Senioren ab 75 Jahre, die zum Seniorennachmittag im Bürgerhaus Friedlos gekommen waren, begrüßt. Viele nutzten die Gelegenheit, ihrem Gemeindeoberhaupt persönlich zu gratulieren.

Der „alte“ und neue Bürgermeister rief ihnen dankend zu: „Sie haben nicht lamentiert oder diskutiert, sondern zielorientiert angepackt“. Die Grüße des Kreises überbrachte der Kreisbeigeordnete Jörg Meckbach, der verriet: „Ich lebe im heute, ein bisschen im morgen und vergesse nie das Gestern“. Dieses Lebensmotto zog sich auch durch das abwechslungsreiche Programm, das Büroleiter Bernd Prokupek zusammengestellt hatte.

Fuldatalschule singt

Den „musikalischen Blumenstrauß“ überreichten in diesem Jahr fünfzig Chorkinder von der Fuldatalschule, die unter der Leitung der Lehrkräfte Patrick Busch und Katharina Gebauer mehrstimmige, fröhliche Frühlingslieder sangen.

Pfarrerin Karin Ludwig-Heiderich vom Evangelischen Kirchspiel Mecklar und Pfarrer Bernhard Schiller vom Katholischen Pfarramt St. Lullus Sturmius regten die älteren Menschen mit der „Geschichte vom Bambusbaum“ zum Nachdenken an.

Die Polizei war auch in diesem Jahr dabei. Polizeioberkommissar Patrick Figge erläuterte „Neues“ aus der Polizeiwache, denn seit 2005 gibt es eine Patenschaft zwischen der Polizeidirektion Bad Hersfeld und der Gemeinde Ludwigsau.

Nur keine Feldarbeit

Heinrich Hambrock, der gemeinsam mit Monika Kranz für das Deutsche Rote Kreuz präsent war, „wünscht“ sich schon immer ein Bett im Bürgerhaus für medizinische Notfälle. Das stand an diesem Nachmittag auf der Bühne und tatsächlich lag wenig später der hustende Justus drin, der allerdings simulierte, um sich vor der Feldarbeit zu drücken. „Gebuller kann ich immer noch allein“, zetert er und schüttet als mutmaßlicher Diabetiker Zucker in den Urin im vollen Nachttopf.

Die Laienspielgruppe der „Aulataler“ strapazierte mit ihren selbst geschriebenen, in Mundart aufgeführten Sketchen die Lachmuskeln. Bevor sie sich nach einer durchzechten Nacht „An der Milchpritsch“ trafen, begeisterte die Flötengruppe „Flauto Dolce“ unter der Leitung von Hannelore Scheer mit einem ansprechenden Programm.

Gern gehörte Volkslieder wechselten ab mit „Yesterday“ von den Beatles, ein Tango mit Theresa Bender am Klavier und Laurence Wenk am Saxophon wurde ebenso herzlich beklatscht wie „Amazing Grace“.

Zum Ausklang lud der „MGV Rohrbach“ mit seinem Chorleiter Stefan Sunkel zu einem musikalischen, herzerfrischenden „Frühlingsspaziergang“ ein. Die ältesten Teilnehmer waren die 91-jährige Katharina Bohla und der 96-jährige Justus Bornkessel.

Von Gudrun Schmidl

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