Auto Club Europa testet Parkhäuser in Bad Hersfeld – Lob für Nähe zur Innenstadt

Mit Zollstock unterwegs

Genug Platz zum bequemen Ein- und Aussteigen sollte vorhanden sein: Uwe Völker, Rüdiger Enz und Rudolf Hartung (von links) vom Auto Club Europa haben sich in Bad Hersfelds Parkhäusern umgeschaut und zum Beispiel die Parkplatzbreite nachgemessen. Foto: Maaz

Bad Hersfeld. Ausgerüstet mit Zollstock, Klemmbrett und Kriterienkatalog waren Uwe Völker, hessischer Regionalbeauftragter des Auto Clubs Europa (ACE), sowie Rudolf Hartung, ehrenamtlicher Vorsitzender des ACE-Kreisverbands, und Mitstreiter Rüdiger Enz am Mittwoch in den Bad Hersfelder Parkhäusern unterwegs.

Im Namen des ACE wurden diese genau in Augenschein genommen – und das Gesamtergebnis kann sich durchaus sehen lassen, wobei es laut Uwe Völker „fast überall etwas zu meckern gibt“. Mit drei guten Ergebnissen sowie einem befriedigenden und einem ausreichenden Urteil befinde sich Bad Hersfeld im Vergleich mit anderen zuvor getesteten Städten im guten Mittelfeld.

Vier Parkhäuser und eine Tiefgarage wurden getestet: das neue Parkhaus am Schilde-Park, das Parkhaus am Neumarkt, das der City Galerie, das Herkules-Parkhaus und die Tiefgarage am Stadthaus (siehe Hintergrund). Positiv aufgefallen sei Uwe Völker gleich, dass alle Parkhäuser innenstadtnah gelegen sind.

Zu den Testkriterien gehörten etwa die baulichen Gegebenheiten wie die Ein- und Ausfahrt, aber auch die Verkehrsführung im Parkhaus. Mit einem Zollstock maßen die Tester die Breite der Parkplätze. Die Durchfahrtshöhe wurde ebenso berücksichtigt wie die Markierungen und mögliche einengende Säulen.

Beleuchtung und Farbe

Weiterhin waren den Testern die Beleuchtung und die Farbgestaltung, der Zustand der Treppenhäuser, die Kennzeichnung der Fluchtwege oder das Vorhandensein von Kameras und Notruftasten wichtig. Unter dem Oberbegriff Service und Kundenfreundlichkeit hielten Völkel, Hartung und Enz Ausschau nach Behinderten-, Frauen- und Familienparkplätzen oder Informationen über die Belegung der Parkhäuser.

Testsieger nach Punkten wurde das Herkules-Parkhaus, Verlierer war das Parkhaus am Neumarkt, das allerdings ohnehin bald in einen Komplex aus Hotel und Wohnungen umgebaut werden soll.

Ein „Grundübel“ in vielen Parkhäusern sind laut Uwe Völker zu schmale Parkplätze; der ACE fordert eine Mindesbreite von 2,50 Meter, um bequem ein- und aussteigen zu können. „Die Autos werden größer und breiter, aber die Parkplätze wachsen nicht mit“, kritisiert Völker. Für den Bau von Garagen und Stellplätzen gelte die so genannte Garagenverordnung von 1973. Laut ACE bieten bundesweit 3 200 Parkhäuser rund 1,2 Millionen Parkplätze an.

Das Empfinden, was ein gutes oder schlechtes Parkhaus ausmacht, sei aber natürlich auch subjektiv. „Wo es Frauen manchmal noch zu dunkel ist, empfinden Männer das ganz anders“, hat Uwe Völker festgestellt.

Den Städten empfiehlt er, ihre Parkhäuser auch im Internet gut sichtbar auszuweisen.

Von Nadine Maaz

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