Jugendpsychiatrische Ambulanz soll an neue Tagesklinik angeschlossen werden

Ziel: Nahtloser Übergang

Informationsgespräch über die Zukunft der kinder- und jugendpsychiatrischen Versorgung im Kreis mit Dr. Christian Wolf, Ingrid Ehses, Reiner Emmerich, Elke Künholz, Bernd Stahl und Tim Allendörfer.

bad hersfeld. Die Erste Kreisbeigeordnete Elke Künholz (SPD) hat sich, gemeinsam mit Vertretern des Arbeitskreises Gesundheit/Soziales der SPD Fraktion im Kreistag, vor Ort die Situation der Kinder- und Jugendpsychiatrischen Ambulanz in Hersfeld schildern lassen.

Der Klinikdirektor der Klinik Lahnhöhe, Dr. Christian Wolf, der Geschäftsführer der Vitos Gießen-Marburg gemeinnützige GmbH ( Klinikbetreiber ), Tim Allendörfer und Georg Wrobel, der psychologische Leiter der Ambulanz, erläuterten die derzeitige Situation.

Ermächtigung läuft aus

Die Ambulanz wird in Bad Hersfeld als eine Außenstelle der Klinik Lahnhöhe in Marburg betrieben. Die Ermächtigung für den Betrieb der Ambulanz läuft jedoch am 30.September 2011 aus und kann nicht verlängert werden, da Ambulanzen nach der neuesten Rechtslage nur noch am Standort einer Klinik oder in Verbindung mit einer Tagesklinik zugelassen werden können (Unsere Zeitung berichtete).

Die Patienten aus dem Kreis Hersfeld-Rotenburg sollen in Zukunft vom Herz-Jesu-Krankenhaus in Fulda versorgt werden. Dieses beabsichtigt in Bad Hersfeld eine Tagesklinik mit angeschlossener Ambulanz und einer Schule für Kranke zu errichten.

Das Problem ist, dass der Ermächtigungsbescheid und der Förderbescheid vom Sozialministerium trotz mehrfacher Vorsprachen und Bemühungen durch die Erste Kreisbeigeordnete Elke Künholz, die Kinik und weitere Personen, bis heute nicht vorliegt. Dies hat zur Folge, dass das Herz-Jesu-Krankenhaus weder den Mitarbeitern der Ambulanz konkrete Übernahmeangebote machen, noch den Bau der Tagesklinik beginnen kann. Eine nahtlose Fortführung der Arbeit der Ambulanz nach dem 30. September wird daher immer unwahrscheinlicher.

Der Geschäftsführer der Vitos Gießen-Marburg gGmbH, Tim Allendörfer, machte aber deutlich, dass ihm ein nahtloser Übergang am Herzen liegt. Er bietet daher den für die Erteilung des Zulassungsbescheides zuständigen Stellen und dem Herz-Jesu-Krankenhaus Fulda an, die heutigen Räume der Ambulanz zu nutzen, um vor Fertigstellung der neuen Räume in der geplanten Tagesklinik die Ambulanz betreiben zu können. Voraussetzung ist aber, dass das Sozialministerium, bzw. die Kassenärztliche Vereinigung schon vor Fertigstellung der geplanten Tagesklinik den Betrieb der Ambulanz genehmigen.

Über dieses Entgegenkommen zeigte sich die Erste Kreisbeigeordnete Elke Künholz sehr erfreut.

Dr. Christian Wolf und Georg Wrobel war es wichtig, darauf hinzuweisen, dass auch in der zur Zeit unsicheren Situation kein Patient abgewiesen wird. Momentan gebe es zwar Wartezeiten bis zu drei Monaten, aber dringende Fälle würden sofort behandelt, wenn auch möglicherweise in Marburg.

Wichtige Hilfe

Elke Künholz betonte nochmals die Wichtigkeit der Arbeit der Kinder- und Jugendpsychiatrischen Ambulanz und den hohen Bedarf im Landkreis, der sich auch daraus begründet, dass es keine niedergelassenen Kinder- und Jugendpsychiater vor Ort gibt.

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