Zeitungsprojekt: Die Auszubildende Jill-Christin Schott von der 24Plus GmbH

Zeitunglesen erst am Abend

Jill-Christin Schott ist bei 24Plus unter anderem für die Werbemittel zuständig. Die Hersfelder Zeitung liest sie wegen ihres Kindes meist erst am Abend. Foto:  Deppe

Bad Hersfeld. Eine Teilzeitausbildung zu machen, bedeutet nicht automatisch viel Freizeit zu haben. Das zeigt auch das Beispiel von Jill-Christin Schott, Auszubildende des Logistikunternehmens 24Plus in Hauneck. Denn wenn die 23-Jährige nach getaner Arbeit nach Hause kommt, wartet dort bereits ihr knapp zweijähriger Nachwuchs. Zeit zum Zeitunglesen bleibt ihr aber dennoch.

Das „News To Use“-Projekt sieht Schott als Chance. Seit sie die Hersfelder Zeitung jeden Tag nach Hause geliefert bekommt, liest sie auch Themen die sie vorher nicht interessiert haben – wie zum Beispiel Politik. Besonders spannend fand sie zuletzt die Berichterstattung über den Etikettierungsskandal. „Was man da so unwissend serviert bekommt, finde ich einfach nur erschreckend“, sagt sie. Ganz neu ist ihr die HZ aber nicht. Vorher hat sie die Zeitung bei ihrer Mutter gelesen – wenn auch nur unregelmäßig.

Die Fragen, die den Teilnehmern des Projekte einmal monatlich gestellt auf einem Onlineportal werden, zu beantworten, fällt ihr nach der Lektüre leicht. Schwieriger ist es mit dem eigenen Schreiben, das ebenfalls gefordert wird. Das kostet Schott mehr Zeit als die Fragen zu beantworten – und davon hat die 23-Jährige wenig.

Froh über Ausbildungsplatz

Beim Logistikunternehmen 24Plus ist die junge Mutter unter anderem für die Werbemittel verantwortlich. Dass sie den Ausbildungsplatz bekommen hat, ist nicht selbstverständlich. „Mit Kind ist das alles andere als einfach“, sagt sie. Während Schott im Haunecker Logistikbetrieb arbeitet, ist der Nachwuchs in einer Kinderkrippe. Über die Probleme, dort einen Platz zu bekommen, würde sie gerne auch in der Zeitung etwas lesen. In Philippsthal würden nur zehn Plätze angeboten, sagt sie und ergänzt: „Außerdem finde ich es ziemlich unfair, dass Eltern die zuhause ihr Kind erziehen auch noch finanziell gefördert werden. Diejenigen, die arbeiten gehen, zahlen ja sogar noch für den Krippenplatz.“

Von Lasse Deppe

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