Klassik, Pop und Rock: „The 12 Tenors“ begeisterten in der Bad Hersfelder Stadthalle

Mit zeitlosem Charme

Ganz in Schwarz: „The 12 Tenors“ gefielen dem Publikum in der Bad Hersfelder Stadthalle. Foto: Steffien

Bad Hersfeld. Wenn zwölf Tenöre singen, dann kann der Zuschauer etwas Besonderes erwarten. Und das Ziel der Tenöre ist klar definiert – sie wollen musikalische Grenzen sprengen, Horizonte erweitern und Spaß an der Musik vermitteln.

Diese Zielsetzung haben „The 12 Tenors“ am Freitagabend in der Bad Hersfelder Stadthalle mit ihrer stimmlichen Vielfalt und populären Weltklassehits aus Klassik, Pop und Rock von der ersten Minute bis zum Schluss der über zweieinhalb stündigen Veranstaltung vermittelt.

Die Stadthalle war Station 17 von insgesamt 87 Gastspielorten der von Dezember bis April dauernden Deutschland-Tournee. Präsentiert wurde das Konzert von der HZ.

Alle Sänger haben eine hochwertige Ausbildung in Musik, Gesang und Schauspiel. Ihre Entertainmentqualitäten zeigten die zwölf Tenöre in einer akzentuierten Inszenierung als hervorragende Sänger und grandiose Tänzer, sie eröffneten den Zuschauern eine neue Dimension der Klänge. Die beiden deutschen Mitglieder, Alexander Herzog und Johannes Betz, des ansonsten aus Künstlern aus Großbritannien, Polen und Mauritius bestehenden Ensembles, fanden mit ihrer charmanten und humorvollen Moderation schnell Zugang zu den Zuschauern in der sehr gefüllten Stadthalle.

Alexander Herzog hatte die Rolle des „Komikers“ inne. Er hat in der Vergangenheit auch bei den Hersfelder Festspielen mitgewirkt und stellte in seiner Conference mit „fishing for compliments“ die Liebe zur Stadt Hersfeld heraus.

Gesang und Spiel der zwölf Tenöre wurde unauffällig, aber excellent von der dreiköpfigen Band wirkungsvoll untermalt.

Die Namensnennung „The 12 Tenors“ vermittelt den Eindruck, dass der Schwerpunkt des Programms in der Klassik liegt. “Funiculi Funicula“ aus La Traviata, “Dein ist mein ganzes Herz“ und „Nessen Dorma“ waren allerdings die einzigen Arien aus dieser Sparte. Die Show würde auch einem jüngeren und nicht klassikerfahrenen Publikum viel Spaß bereiten.

Mit dem in russischer Sprache gesungenen „Kalinka“ wurde das Eis schnell gebrochen, bei „Volare“ auf italienisch kam es schon zu rhythmischem Klatschen und sehr starkem Beifall. Bei der Einbindung des Publikums bei „Delilah“ schien es so, dass das Auditorium Wachs in Händen der Akteure war. Nahtlos bei anhaltender Stimmung verlief der zweite Teil der Show. Ganz in Schwarz gekleidet kam es nach dem speziellen musikalischen Arrangement eines James Bond-Medleys für „The 12 Tenors“ zum Höhepunkt: Der witzig inszenierte Sängerkrieg mit „O Sole Mio“. Beim Queens-Medley mit „We will rock you“ fand die Begeisterung schließlich kein Ende. Mit Rufen nach Zugabe klang der Abend leise und besinnlich mit „Guten Abend Gute Nacht“ aus.

Die Show von „The 12 Tenors“ führte mit ihren modernen Einflüssen – und den aufwendig inszenierten Lichteffekten – in Verbindung mit dem klassischen, zeitlosen Charme zu keiner Zeit zu einem musikalischen Stilbruch. Diese Show wird ein Höhepunkt des Bad Hersfelder Konzertjahres 2014 sein.

Von Anne Steffien

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