Christean Wagner erinnert beim CDU-Empfang an die christlichen Grundwerte der Partei

Zeit zur Rückbesinnung

Gutes aus der Region: Horst Hermann Häde (re.) aus Alheim-Heinebach überreichte CDU-Fraktionschef Christean Wagner (Mitte) einen Präsentkorb mit dem besten, was die Region zu bieten hat. Kreisverbandschef Thorsten Bloß (li.) freut sich mit dem Gast aus Wiesbaden. Foto: Struthoff

Bad Hersfeld. Auch wenn das Jahr nicht mehr ganz jung ist, nutzte die Kreis-CDU ihren alljährliche Empfang zum Innehalten und zu einer Art spirituellen Besinnung auf die Wurzeln der christdemokratischen Politik. Im Hotel am Kurpark konnte der frisch gebackene Kreisvorsitzende Thorsten Bloß den Fraktionschef im Wiesbadener Landtag Christean Wagner als Gastredner begrüßen.

Bloß nutzte das Forum für einige Attacken auf den politischen Gegner. „Die Zeit der Luftschlösser und unbezahlbaren Träume ist vorbei“, sagte er mit Blick auf das von der SPD favorisierte kostenlose Schulessen, das „gut gedacht“, aber nicht finanzierbar sei. Ohnehin sei es der SPD bei diesem Vorstoß nur darum gegangen, den guten Ruf der CDU mit dem Vorwurf mangelnder Sozialkompetenz zu beschädigen.

Eine Steilvorlage für CDU-Fraktionschef Christean Wagner, der in seiner Rede daran erinnerte, dass die Sozialpolitik kein „Alleinanspruch“ der SPD sei. Vor allem beschäftigte sich der Gast aus Wiesbaden aber mit den christlichen Wurzeln der CDU. „Wir sollten öfter über den christlichen Glauben sprechen“, forderte er und nannte als gutes Beispiel dafür die amerikanischen Politiker.

Die christlichen Werte seien wichtig für eine Gesellschaft und die Grundlage für die Begegnung von Mensch zu Mensch. Wagner beklagte die Tendenz, den christlichen Glauben aus dem öffentlichen Raum zu drängen etwa durch das Abhängen von Kruzifixen.

Der Protestant Wagner zitierte Papst Benedikt, der kritisiert hatte, „wie sehr Gott an den Rand gedrängt wird, weil es im politischen Leben fast unanständig ist, von Gott zu reden, als wäre es ein Angriff auf die Ungläubigen“. Wagner plädierte für eine Rückbesinnung auf die christlichen Grundwerte, die man nicht befehlen könne, sondern für die man werben müsse, so wie er es tue.

Dann fand Wagner den Bogen zur aktuellen Politik. Er kritisierte, dass „wir uns mehr leisten, als wir leisten“ und mahnte, dass „wir mit unserem Haushaltsergebnis nicht unsere Enkel enteignen dürfen“. An seine Parteifreunde appellierte Wagner als Christen tolerant aber auch selbstbewusst zu agieren und mahnte zum Schluss: „Der Politiker denkt an die nächste Wahl, der Staatsmann an die nächste Generation“.

Als Dank nahm Wagner einen reich gefüllten Präsentkorb mit guten Dingen aus der Region mit nach Hause, während seine Parteifreunde den Rest des Abends an Brezeln und wohl auch an seinen nachdenklich-mahnenden Worten zu kauen hatten.

Von Kai A. Struthoff

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