Fachkräftemangel und demografischer Wandel erhöhen Chancen für Wiedereinsteigerinnen

Zeit für Familie und Beruf

Gesucht und gefunden: Isabell Weyel (sitzend) mit ihrer Chefin Kerstin Hug-Dietz an ihrem Arbeitsplatz im Architekturbüro.

Bad Hersfeld. Beruflicher Wiedereinstieg nach der Familienphase oder der Pflege eines Angehörigen – Das war in den letzten Jahren eine schwierige Aufgabe, mitunter auch ein unlösbares Problem. Wer mehrere Jahre aus dem Beruf heraus war und wer sich in der Zwischenzeit nicht auf dem Laufenden gehalten hatte, war, vor allem datentechnisch, ziemlich abgehängt. Der Wunsch vieler Mütter nach Teilzeitarbeit, möglichst vormittags, machte es nicht leichter.

Gut ausgebildete Frauen

Jetzt könnte sich das Blatt wenden, hofft Melanie Bonacker, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt in Bad Hersfeld. Bedingt durch die Auswirkungen des demographischen Wandels setzen bereits jetzt einige Arbeitgeber auf gut ausgebildete Frauen. So auch das Bad Hersfelder Architekturbüro Dietz. „Wir sind sehr glücklich, dass wir Frau Weyel als Mitarbeiterin gewinnen konnten“, erklärt Architektin Kerstin Hug-Dietz.

Isabell Weyel hatte ihre berufliche Tätigkeit wegen der Erziehung ihrer Kinder für etwa drei Jahre unterbrochen. Nach einigen Nebenbeschäftigungen wollte sie den Wiedereinstieg in den Beruf wagen und wandte sich an die Agentur für Arbeit. Diese ermöglichte ihr die Teilnahme an einem Seminar, das speziell für Berufsrückkehrende konzipiert ist. „Viele Berufsrückkehrende zweifeln an ihren Kompetenzen und fragen sich, was sie noch zu bieten haben oder ob ihre Qualifikation noch gefragt ist“, weiß Melanie Bonacker. „Deshalb muss die Orientierung der erste Schritt beim Wiedereinstieg sein.

In den Maßnahmen für Wiedereinsteigerinnen wird zunächst ein Kompetenzprofil erarbeitet, damit den Teilnehmern Stärken und auch Schwächen bewusst werden. Das Ziel sind individuelle Perspektiven und Strategien, um nach einer familiären Unterbrechung wieder eine berufliche Beschäftigung aufzunehmen“, erklärt die Beauftragte. Teil der Maßnahme ist auch ein Praktikum in einem Betrieb.

Wiedereinsteigerin Isabell Weyel absolvierte ihr Praktikum bei ihrem jetzigen Arbeitgeber dem Architekturbüro Dietz. „Das ist besonders wichtig. In einem Betrieb wie unserem, müssen sich die Mitarbeiter auch menschlich gut verstehen. Über das Praktikum konnten wir und auch Frau Weyel ausprobieren, ob wir zusammen passen“, betont Kerstin Hug-Dietz.

Optimal vereinbar

Und auch Isabelle Weyel ist rundum zufrieden: „Ich habe die perfekte Arbeitsstelle gefunden. Hier kann ich Beruf und Familie optimal vereinbaren.“

Informationen rund um den beruflichen Wiedereinstieg gibt es bei der Agentur für Arbeit, im Lotsenportal „Perspektive Wiedereinstieg“ unter www.perspektive-wiedereinstieg.de und am 30. Oktober beim Infotag Wiedereinstieg im Bad Hersfelder Landratsamt. (red)

Kontakt: Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt, Tel.: 06621 / 209-543, E-Mail: BadHersfeld.BCA@arbeitsagentur.de (red)

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