Galerie Hohlmann in Asbach würdigt den Künstler Alf Welski – Vernissage am Sonntag

Ein Zeichner und Denker

Selbstportrait von Alf Welski.

Asbach. Technisches Können, Phantasie und Empfindungsreichtum bei der Entwicklung neuer Bildthemen machten Alf Welski nach Expertenurteil zu einem Meister seines Faches. Einige seiner Arbeiten werden ab dem kommenden Sonntag in einer Ausstellung in der Galerie Hohlmann in Asbach gezeigt.

„Er war ein exzellenter Zeichner“, bestätigt auch Helmut Hohlmann, ein guter Freund des Künstlers, der am 14. März 1926 in Mühlheim an der Ruhr geboren wurde und in Essen aufgewachsen ist. Neben seiner Lehre als technischer Zeichner und Reprofotograf betrieb er abends seine Kunststudien.

Durch Krieg und Gefangenschaft, sein politisches Engagement und nicht zuletzt durch seinen ständigen Kampf mit der eigenen Krankheit hat sich seine Kunst entwickelt. In diesem Jahr wäre Welski 85 Jahre alt geworden. Dieses besondere Datum nimmt der Galerist zum Anlass, seinen Weggefährten mit einer Ausstellung zu ehren.

Zu sehen sind überwiegend Drucke aus dem privaten Besitz der Familie Hohlmann. Dabei zeigen die vorgestellten Exponate den Künstler Welski als einen kämpferischen Menschen, protestierend gegen die Missstände seiner Zeit und mit deutlicher Stellungnahme gegenüber gesellschaftlicher Problematik. Armut und Einsamkeit im Alter oder Kinder, die sich selbst überlassen bleiben, soziale Ungerechtigkeit, Umweltverschmutzung und selbst die Gefahren der Atomenergie hat er mit genauem Blick und einer präzisen, zeichnerischen Wiedergabe des Sichtbaren festgehalten. Immer mit liebevoller, Anteil nehmender und sorgenvoller Zuwendung an den Menschen und seine Umwelt.

Alf Welski sagte über seine Arbeit: „Künstler haben die Aufgabe, Menschen zum Nachdenken zu bewegen.“

Mehrere sehr erfolgreiche Ausstellungen mit den Arbeiten von Alf Welski in der Galerie Hohlmann, „einem ehemaligen Mehllager auf dem Dorf“, wurden von der Ehefrau des Künstlers mit den Worten: „Sie haben hier einen goldenen Boden“ kommentiert. Gegenseitige Besuche und häufige Telefonate ließen die Freundschaft im Laufe der Zeit wachsen, die durch eine zufällige Begegnung in einer Galerie in Herford begann.

Der Kreis Herford sichert den Nachlass dieses für Ostwestfalen-Lippe so bedeutenden Künstlers. Seine überwiegend druckgrafischen Arbeiten sind in zahlreichen öffentlichen Sammlungen, darunter auch in der Kunsthalle und im Historischen Museum Bielefeld, enthalten. Alf Welski lehrte als Honorarprofessor am Fachbereich Gestaltung der Fachhochschule Bielefeld grafische Kunst und ihre Technik und ist Ehrenbürger der Stadt Krakau. Die Stadt Krakau selbst ist in vielen seiner Zeichnungen präsent. Diese gehören ebenso zur Ausstellung wie eines seiner Hauptwerke, die „Basler Fastnacht“.

Organische Strukturen

Welskis Landschaften, deren organische Struktur in Bäumen, Sträuchern und Bächen eine besondere Faszination ausüben, komplettieren die Sammlung.

Die Ausstellung wird am Sonntag, 3. April, um 11 Uhr, in der Galerie Hohlmann in Asbach, Mühlestr. 9, eröffnet. Sie ist bis zum 17. April täglich von 15 bis 18 Uhr zu sehen. Alle, die sich für das Werk von Alf Welski interessieren, sind herzlich zur Vernissage eingeladen.

Von Gudrun Schmidl

Kommentare