Im Zeichen der Zeit

Liebe Leserinnen und Leser der Hersfelder Zeitung, die Zeit spielte in der vergangenen Woche eine große Rolle im südlichen Wartburgkreis. „Wer verschenkt Zeit?“, fragte Landrat Reinhard Krebs (CDU) während der Ehrenamtsgala in Krauthausen bei Eisenach. Er dankte stellvertretend für viele Menschen, die im Kreis ehrenamtlich tätig sind, Ortschronisten, Übungsleitern, Chorsängern, Seniorenbetreuern und Kirchenältesten dafür, dass sie ihre Zeit anderen Menschen widmen. Auch um die Zeit ging es bei der Übung von Bundeswehr, Polizei, Feuerwehr, Notärzten und DRK auf dem Gelände der Werratalkaserne in Bad Salzungen. Ein Mann sollte bei Holzfällarbeiten verletzt worden sein. 100 Minuten dauerte die Rettungsaktion. Eine gute Zeit für den Ärztlichen Leiter Rettungsdienst, Chefarzt Dr. Roland Schneider, denn der größte Feind bei solchen Aktionen sei die Hektik.

Die Zeit, die letzten 20 Jahre, wurde beim Rückblick auf 20 Jahre Wasser- und Abwasserverband Bad Salzungen zum Tag des Wassers beleuchtet. Ein Teil der maroden Wasser- und Abwasseranlagen aus DDR-Zeiten konnte in den vergangenen zwei Jahrzehnten erneuert werden, Trinkwasserleitungen, Kanäle und Kläranlagen wurden gebaut. Die Kehrseite der Medaille sind Trinkwassergebühren und Abwasserbeiträge für die Bürger. Doch auch dafür hat sich die Akzeptanz erhöht. Die Wasserdemos der 2000er Jahre sind Geschichte, heute agiert in der Rhön eine Bürgerinitiative „Rhön aktiv“. Ihr Ziel, ein möglichst schneller Anschluss der Rhöndörfer an zentrale Kläranlagen, denn die private biologische Kleinkläranlage kommt teurer.

In Malaysia werden die Uhren kaum anders gehen, aber eine Bad Liebensteiner Familie hat eine Geschäftsidee entwickelt. Sie hat Kontakt in das Land aufgebaut, wo der Pfeffer wächst. Das Familienunternehmen importiert den guten Dayak-Pfeffer aus Malaysia nach Bad Liebenstein und verkauft ihn an Hotels und Gastronomen.

Offenbar nach langer, sehr langer Zeit entdeckten Katharina und Aaron Sauer aus Borsch „einen seltsamen Vogel“ auf ihrem Hausdach. Das Tier, das nicht beringt war, verbrachte den ganzen Tag auf dem Dach, wurde mit Hühnerfutter versorgt und eine Attraktion des kleinen Rhöndorfes. Fachkundige Dorfbewohner tippten bei dem Vogel auf ein Auerhahnweibchen, welches längst ausgestorben sein sollte. Das bestätigte Andreas Heck von der Unteren Naturschutzbehörde des Wartburgkreises. Ein engagierter Kleinvogelhalter hatte den seltsamen Vogel gefangen und es stellte sich heraus, dass es tatsächlich eine Auerhenne ist – eine Sensation nach so langer Zeit.

Übrigens, wenn Sie in dieser Woche Zeit haben, besuchen Sie doch den Wartburgkreis, beispielsweise die Partnerstadt Bad Salzungen. Das Keltenbad ist nach der Sanierung wieder geöffnet und auch ein Besuch des Gradierwerkes dürfte im Herbst, der typischen Erkältungszeit, gut tun.

ute.weilbach@stz-online.de

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