Gesundheitsdienst des Landkreises gibt Tipps – Keine Angst vor Hirnhautentzündung

Zecken sind schon aktiv

Achtung, Zecken: 142 Kreise in Deutschland sind Risikogebiete für Frühsommer-Meningoenzephalitis (Hirnhautentzündung). Der Landkreis Hersfeld-Rotenburg gehört nicht dazu, vor Zecken schützen sollten sich alle, die in der Natur aktiv sind, aber trotzdem.

Hersfeld-Rotenburg. Zecken sind in diesem Jahr besonders früh aktiv. Durch den milden Winter sind die Krabbeltiere schon einige Wochen eher als sonst unterwegs. Eine besondere, über den jahreszeitlichen Durchschnitt hinausgehende Belastung durch Zecken ist dem Fachdienst Gesundheit des Landkreises Hersfeld-Rotenburg jedoch bislang nicht bekannt.

Nach dem milden Winter ist davon auszugehen, dass die Gesamtpopulation einerseits wenig dezimiert wurde und sich andererseits früher im Jahr vermehren konnte. Zecken sind ab einer Außentemperatur von acht Grad Celsius aktiv. „Da sich Zecken in Wald- und Buschgebieten aufhalten, ist bei Aktivitäten im Wald und am Waldrand sowie auf Wiesen zum Schutz vor Zecken das Tragen langärmliger Kleidung, langer Hosen und geschlossener Schuhe angeraten“, sagt Uwe Litwiakow, Leiter des Fachdienstes Gesundheit im Landratsamt. Eine Schutzimpfung gebe es für Kinder und für Erwachsene. „Für Ungeimpfte ist jetzt der richtige Zeitpunkt, ihren Hausarzt zu konsultieren“, so Litwiakow.

Keine „alten Hausmittel“

Nach Aktivitäten in Wald und Flur sollten der Körper und auch der behaarte Kopf auf Zecken abgesucht werden. „Eine Zecke kann leicht mit einer Pinzette oder Zeckenzange gefasst und vollständig entfernt werden“, erklärt Litwiakow. „Anschließend ist die kleine Wunde zu desinfizieren.“ Andere „alte Hausmittel“ sollten nicht verwendet werden. Zeigt sich eine zunehmende Rötung oder auch Schwellung um die Biss-Stelle, sei es ratsam, den Arzt aufzusuchen. „Wichtig ist es auch, den Tetanusschutz zu überprüfen und gegebenenfalls aufzufrischen“, rät der Experte.

Je länger eine Zecke am Körper verbleibe, um so höher sei das Risiko einer Infektion, zu der auch die Borreliose zählt. Dabei handelt es sich um eine spezielle Bakterienart, die durch Antibiotikaanwendungen lokal oder systemisch von einem Arzt behandelt werden kann. „Bei einem unklarem Befund nach einem Zeckenbiss also besser zum Arzt gehen“, so Litwiakow.

Einen Grund zur Panik besteht jedoch nicht: Im Kreis Hersfeld-Rotenburg habe es in den vergangenen zehn Jahren keinen Fall von Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) – im Volksmund auch Hirnhautentzündung genannt – gegeben. FSME kann durch Zecken auf den Menschen übertragen werden. „In Hessen ist der nördlichste Landkreis, der zum Endemiegebiet gehört, der Landkreis Marburg-Biedenkopf“, sagt Litwiakow.

Für die bakterielle Infektionskrankheit Borreliose gibt es hingegen keine Meldepflicht. Diese ebenfalls von Zecken übertragene Krankheit ist jedoch nach Angaben des Robert-Koch-Institutes unter den Blutsaugern weit häufiger verbreitet. Bis zu 35 Prozent der Zecken seien in ganz Deutschland mit Borrelien infiziert. Zum Vergleich tragen lediglich bis zu fünf Prozent der Zecken in FSME-Risikogebieten das Virus in sich.

Von Jonathan Vorrath und Nadine Maaz

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