Neujahrskonzert mit den Virtuosi Brunensis und drei erstklassigen Solistinnen

Zauberhafte Harfenklänge

Katrina Szederkenyi begeisterte an der Harfe und freute sich über den heftigen Beifall der Zuhörer. Foto: Lenz

Bad hersfeld. Wer vergessen haben mag, wie verzaubernd Harfenklänge sein können, der durfte sich glücklich schätzen, am Sonntagmittag das „Konzert zum Jahresbeginn“ in der Stadthalle Bad Hersfeld genossen zu haben.

Denn dort bezauberte Katrina Szederkenyi, trefflich unterstützt vom tschechischen Ensemble Virtuosi Brunensis, mit dem eher unbekannten Harfenkonzert von Boieldieu. Nachdem die letzten Klänge auf den Saiten gestrichen waren, herrschte zunächst beseelte Stille, bis die Zuhörer in der sehr gut besetzten Stadthalle heftig applaudierten.

Einnahmen fürs Bach-Haus

In guter Tradition stimmt der Arbeitskreis für Musik Bad Hersfeld e.V. noch bis zum 12. Januar in Hessen und Thüringen musikalisch auf dieses neue Jahr ein. Die Einnahmen kommen dem Johann-Sebastian-Bach-Haus zugute, und so galt der einstimmende Dank der Verantwortlichen neben den Besuchern auch verschiedenen Sponsoren für deren Unterstützung.

Zwei Stunden lang, unterbrochen von einer knapp 30-minütigen Pause, bewiesen sowohl das Sinfonieorchester aus Brünn als auch die drei preisgekrönten jungen Solistinnen Katrina Szederkenyi (wie oben erwähnt, Harfe), Katarina Madari (Violoncello) und Lydia Rinecker (Viola), wie abwechslungs- und spannungsreich Musik aus drei Jahrhunderten sein kann.

Dies alles unter dem bewährt stringenten Dirigat von Siegfried Heinrich, der nur während des Viola-Konzertes in G-Dur von Telemann „die Seiten“ wechselte, sich ans Cembalo begab und den Taktstock Martin Fischer mit den Worten überließ, man wolle dem Nachwuchs eine Chance geben.

Die dieser wiederum zu nutzen verstand, sich mit zunehmender Spieldauer immer besser auf Werk, Solistin und Ensemble einließ und insbesondere den hurtigen vierten Satz äußerst souverän meisterte.

Dem Sinfonieorchester hätte übrigens kein besserer Einstieg zuteil werden können als Bachs Ouvertüre BWV 1066. Denn in diesem mehrsätzigen Zyklus traten die ganzen Eigenschaften zutage, welche die Virtuosi Brunensis auszeichnen: solistische Virtuosität, harmonisches Zusammenspiel und sensible Interpretationen.

Leichte Kost zum Abschied

Und: die Musikerinnen und Musiker verstehen es, sich zurück zu nehmen, wie bei dem von Katarina Madarins Violoncello dominierten Adagio con Variazioni von Respighi.

Zum Schluss des Konzerts erklang dann noch vergleichsweise locker-leichte Kost: Johann Straussens (Sohn) beschwingter „Neujahrswalzer“ und dessen „Pizzikato-Polka“ entließen die Besucher in den nasskalten Sonntagnachmittag.

Von Bertram Lenz

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