Sebastian Bethge wurde in sein Amt als Stadtkirchenkantor eingeführt

Ein Zauberer für die Musik

Sebastian Bethge (3.v.l.) wurde in das Kantorenamt der Stadtkirche und des Kirchenkreises Hersfeld eingeführt. Mit ihm freuten sich (v.l.) Landeskirchenmusikdirektor Uwe Maibaum, Pfarrerin Dagmar Scheer, Kirchenvorsteherin Helga Völker, Kantorin Christine Marx, Landeskirchenmusikdirektor a.D. Martin Bartsch und Dekan Ulrich Brill.

BAD HERSFELD. Großer Tag für die Stadtkirchengemeinde und den evangelischen Kirchenkreis Hersfeld: In einem von Dekan Ulrich Brill und Pfarrerin Dagmar Scheer gehaltenen Festgottesdienst wurde der seit Anfang September in der Kreisstadt wirkende Sebastian Bethge offiziell als Kantor der Stadtkirche und als Bezirkskantor eingeführt. Er tritt damit offiziell die Nachfolge des nach Weimar gewechselten Johannes Kleinjung an.

Schon gleich bei der Begrüßung bekräftigte Brill, dass in den vergangenen fünf Monaten deutlich geworden sei, dass „der richtige Mann auf die richtige Stelle“ berufen worden sei. „Was für ein Segen für Stadt und Land, dass Sie mit Ihren Gaben und Fähigkeiten, mit Ihrer Zuversicht und Ihrem sagenhaften herzerfrischenden Lachen für unsere Gemeinden wirken können!“, rief er dem 30-Jährigen zu. Es sei zwar „eine schwierige Genese“ gewesen, bis es zu der Regelung gekommen sei, dass der Kirchenkreis von der von ihm finanzierten Stadtkirchenstelle 40 Prozent „abbekomme“. Mittlerweile sei es aber so, dass alle Beteiligten von der Verzahnung der Aufgaben profitierten. Dazu habe nicht zuletzt das gemeinsam mit der Hersfelder Musikschule initiierte Projekt „Kantate zum Mitwirken“ beigetragen.

Initialen JSB

Schmunzelnd verwies Brill darauf, dass Bethge dank seines weiteren Vornamens Joachim über die gleichen Namensinitialen wie der große Johann Sebastian Bach verfüge: „JSB, wenn das kein Ansporn ist, über sich hinauszuwachsen, auf die Verheißungen Gottes zu vertrauen und noch viele Jahre bei uns zu bleiben!“

Gemeinsam mit der Vorsitzenden des Kirchenvorstands der Stadtkirchengemeinde, Helga Völker, und Landeskirchenmusikdirektor Uwe Maibaum verpflichtete der Dekan den Kantor dann vor dem Altar. Die Gemeinde forderte er auf, Bethges Dienst zu achten und ihn zu unterstützen, „damit er seine Arbeit weiter so gerne tut, wie er es bisher getan hat.“

Ein großes Dankeschön richteten Ulrich Brill und Helga Völker an Kantorin Christine Marx und Landeskirchenmusikdirektor a.D. Martin Bartsch, die die Bad Hersfelder Kantorenstelle in der „Vakanzzeit“ versorgt hatten. Zahlreiche Aus-, Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen und große Konzerte seien Beleg dafür, dass die entstandene Lücke gut ausgefüllt worden sei. Insbesondere Bartsch habe mit der Weiterführung des Orgelprojekts 2010, der Orgelkonzertreihe und der musikalischen Betreuung des Festivals der Reformation, Großes geleistet: „Tausend Dank für tausendfache Freude!“

Musikalisch ausgestaltet wurde der Einführungsgottesdienst vom Posaunenchor des CVJM und der evangelischen Kirche unter der Leitung von Gesa Hild – und natürlich von Bethge. Zum einen als unaufgeregt und freundlich Zeichen setzender Dirigent von Chor und Orchester des Kooperationsprojekts „Kantate zum Mitwirken“, das die neun Stücke der Bach-Kantate „Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut“ zu Gehör brachte und bei dem die Altistin Barbara Werner, der Tenor Michael Brauer und der Bassist Thomas Wiegand überzeugten.

Zum anderen als Organist an der neuen Eule-Orgel, an der Bethge gefühlvoll bewies, was sie und er zu leisten vermögen. Vielleicht war das auch der Grund dafür, dass Landeskirchenmusikdirektor Maibaum beim anschließenden Gemeindekaffee in Anlehnung an eine weitere mögliche Übersetzungsmöglichkeit der Berufsbezeichnung „Kantor“ vom „Kantor als Zauberer“ sprach. Weiterer Gratulant war Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt, der Bethge „vielstimmigen Zuspruch und Nachwuchs wie die Orgelpfeifen“ wünschte.

Von Wilfried Apel

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