Ruinenfreunde wollen literarische Seilschaft zur Festspielinszenierung bilden

Den „Zauberberg“ erklimmen

Wollen eine Leseseilschaft gründen, um Thomas Manns „Zauberberg“ zu erklimmen: Klaus Riedel (links) und Helgo Hahn.

Bad Hersfeld. „Wir wollen in einem Lektürekreis eine Seilschaft bilden, um, verteilt auf fünf bis sechs Etappen, Leseerfahrungen auszutauschen.“ Das kündigt Helgo Hahn, der Vorsitzende der Gesellschaft der Freunde der Stiftsruine, zu einem außergewöhnlichen Projekt an. Thomas Manns Roman „Der Zauberberg“, der in diesem Jahr als Inszenierung auf dem Programm der Bad Hersfelder Festspiele steht, soll in einem interessierten Literaturzirkel aufgearbeitet werden.

Unter der Leitung von Studiendirektor Klaus Riedel von der Modellschule Obersberg geht es darum, den Aufbau und einige Deutungsansätze des Romans kennenzulernen sowie einen Blick auf das Leben Thomas Manns zu werfen und somit gemeinsam dieses knapp tausendseitige Literaturgebirge zu erklimmen.

Zwar bekam Thomas Mann im Jahr 1929 für seinen Roman „Buddenbrooks“ den Literaturnobelpreis verliehen, dennoch hielt er selbst seinen 1924 erschienenen „Zauberberg“ für sein weitaus bedeutenderes Werk. Inzwischen folgt seiner Auffassung auch die versammelte Literaturkritik, wird in diesem Roman doch nicht nur die Geschichte des Hamburger Patriziersohns Hans Castorp erzählt, den es für einen Besuch in das Lungensanatorium Berghof nach Davos verschlägt, sondern beschreibt Mann auch die politische und geistesgeschichtliche Situation am Vorabend des Ersten Weltkrieges.

Interessenten für den Lektürekreis können sich bis zum 5. März telefonisch (0 17 1/498 39 85) oder per E-Mail (helgo.hahn@gmx.de) anmelden, das erste Treffen findet am 7. März um 19 Uhr im Multifunktionsraum der Konrad-Duden-Stadtbibliothek am Markt statt. Es wird ein Dokumentarfilm über Thomas Mann gezeigt und die weiteren Termine werden festgelegt. Festspielintendant Holk Freytag hat sein Kommen und seine Unterstützung angekündigt. (map)

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