Leni Donceva hat Schaufenster mit Hersfelder Sommernachtsträumen gestaltet

Zauber an jeder Ecke

Leni Donceva hat in der Klausstraße im Schaufenster der ehemaligen Fleischerei Gronich eine Installation zum Thema Sommernachtstraum geschaffen. Dabei arbeitet sie mit dem Weltladen zusammen, der das Schaufenster sonst zur Präsentation seiner Produkte nutzt.

Bad Hersfeld. Leni Donceva liebt das Theater, sie liebt Bücher und die Kunst – und sie liebt Bad Hersfeld. Hier ist die aus Skopje stammende Mazedonierin seit 15 Jahren zu Hause und seit einigen Jahren künstlerisch aktiv. Bereits im zweiten Jahr bereichert sie das Stadtbild durch Kunstinstallationen in Schaufenstern. Ihre Arbeiten sind in der Johannesstraße 4 und in der Klausstraße 36 zu sehen sowie an der gegenüberliegenden Baustellenabdeckung.

„Am Anfang war das Wort“ sagt Leni Donceva. Und aus dem Wort, dem Gedanken, entstehen Geschichten und Figuren, die dann schließlich auf der Theaterbühne zum Leben erwachen. Also lässt sie in ihren filigranen Arbeiten Figuren aus den Büchern heraustreten, lässt sie tanzen, spielen, feengleich schweben. „Ein Hersfelder Sommernachtstraum“ hat sie ihre Arbeit genannt, die sie auch aus dem Schaufenster heraustreten lässt.

Mit ihren Installationen möchte Leni Donceva keine Konkurrenz zur Straßengalerie des Kunstvereins sein – Arbeiten der Mitglieder sind zurzeit in den Schaufenstern von 34 Geschäften in Bad hersfeld zu sehen. Sie sieht sich vielmehr als Ergänzung. „Ich mache das wie eine Umarmung“, sagt sie und lacht. „Wir unterstützen uns gerne gegenseitig, der Kunstverein und ich.“

Die Stadt verschönern

Auf jeden Fall findet sie es schön, dass es zurzeit in Bad Hersfeld an jeder Ecke Kunst zu entdecken gibt. „Wir können unsere Stadt so toll verschönern mit ein bisschen Fantasie“, ist Leni Donceva überzeugt und sie hat schon jetzt jede Menge Ideen, wo und wie sie das weiter tun könnte – eine Begrüßungsfigur am Bahnhof, zum Beispiel, oder weitere Figuren auf Baugerüsten. Sponsoren, die sie unterstützen wollen, sind also jederzeit willkommen.

Ihre künstlerische Arbeit während der Festspielsaison wird von der Stadt Bad Hersfeld, vor allem von Reinhold Schott und Stefan Pruschwitz, unterstützt. Neben dem Kunstverein arbeitet sie auch eng mit dem Eine-Welt-Laden zusammen.

Leni Donceva ist in Skopje in Mazedonien aufgewachsen und hat dort Kunstgeschichte und Archäologie studiert. „Vielleicht muss ich deshalb immer den Dingen auf den Grund gehen“, meint sie. Dort hatte sie auch immer engen Kontakt zum Theater. Eigentlich hatte Donceva in ihrem Heimatland Karriere machen wollen, doch dann lernte sie ihren Mann kennen und folgte ihm nach Bad Hersfeld. Hier kümmerte sie sich zunächst um Kinder und Familie, bevor sie vor drei Jahren begann, sich künstlerisch zu engagieren. Unter anderem ist sie als Museumspädagogin im Hersfelder Museum tätig.

Von Christine Zacharias

Kommentare