Viele Haunecker sind mit dem Neubau der 37 Millionen Euro teuren B 27 unzufrieden

Zankapfel Ortsumgehung

Diplom-Ingenieur Markus Wagner, Baudezernent für den Bereich Osthessen bei Hessen Mobil (links), und der Regionalbevollmächtigte von Hessen Mobil Peter Wöbbeking (rechts) informierten über den Planungsstand der Ortsumgehung Hauneck. Bürgermeister Harald Preßmann sieht sich als Vermittler für das in der Bürgerschaft umstrittene Projekt. Die Pläne von Hessen Mobil waren gefragt: Viele wollten diese nicht nur einsehen, sondern auch fotografierten (kleines Bild). Fotos: Maaz

Hauneck. Die Haunecker Ortsumgehung soll eigentlich für Entlastung sorgen, doch viele Bürger fühlen sich vom Neubau der B 27 belastet. Das wurde am Donnerstag bei der Informationsveranstaltung im Bürgerhaus Unterhaun wieder einmal deutlich. Je später der Abend, desto spürbarer war der Unmut einiger Haunecker. Hauptkritikpunkte waren der Lärmschutz, Probleme beim Hochwasserschutz im Bereich der Kasseler Straße sowie die Zufahrt von Sieglos aus.

Mit sechs Mitarbeitern war Hessen Mobil als zuständige Planungsbehörde vertreten, die Vorstellung der aktuellen Pläne und einen Rückblick übernahm Diplom-Ingenieur Markus Wagner, Baudezernent für den Bereich Osthessen bei Hessen Mobil. Ihm zur Seite stand der Regionalbevollmächtigte Peter Wöbbeking. Auch vom Amt für Bodenmangement und von der Hessischen Landgesellschaft waren Mitarbeiter anwesend, um sich den Fragen der Bürger zu stellen, was das Flächenmanagement und die Flächenverfügbarkeit betrifft. „In den letzten anderthalb Jahren ist nicht viel passiert“, sprach Wöbbeking an, was vielen Hauneckern ein Dorn im Auge ist. „Das hat aber seine Berechtigung.“ In den kommenden Monaten würden es „draußen“ nun jedenfalls erkennbare Fortschritte geben.

Planungsfehler?

Von der zuletzt genannten Freigabe im Jahr 2015 war Hessen Mobil im Dezember 2013 abgerückt, und hatte Probleme beim Grunderwerb und „planerische Anpassungen“ als Hauptgründe für die Verzögerung genannt. Am Geld mangele es nicht. Mit der Gesamtfertigstellung wird nun bis Ende 2017 gerechnet. In diesem Jahr sollen noch fünf Brücken in Bau gehen, mit dem Streckenbau soll im Sommer nächsten Jahres begonnen werden.

Von Planungsfehlern bei der inzwischen rund 37 Millionen teuren Umgehung für die Ortsteile Unterhaun, Oberhaun und Sieglos wollten Wöbbeking und Wagner nicht direkt sprechen, der Regionalbevollmächtigte bestätigte jedoch, dass nach der ursprünglichen Planung des Bauwerks 1 ein Brückenpfeiler im Wasser gestanden hätte. „Das ist nicht nachvollziehbar“, sagte Wöbbeking. Das Bauwerk 1 – die Haunebrücke Sieglos – als eines der größten Teilprojekte mit einem Kostenvolumen von rund sechs Millionen Euro steht als nächste Maßnahme an. Im Zuge derer muss auch die Haune verlegt werden und umfangreiche Dammvorschüttungen sind vonnöten.

Einen Unfallschwerpunkt sehen einige Bürger in der bereits planfestgestellten Zufahrt zur neuen B 27 in Richtung Bad Hersfeld. „Da wird ein Unfallschwerpunkt geschaffen“, hieß es. Sie plädierten ebenso wie Bürgermeister Harald Preßmann für eine noch bei der letzten Infoveranstaltung vorgestellte Alternativlösung. Diese scheitere jedoch an fehlenden Grundstücken. Deren Besitzer wiederum wollte sich nicht als „Sündenbock für die Unfähigkeit der Planer“ hinstellen lassen. Auch nach dem offiziellen Teil der Veranstaltung gab es letztlich bei vielen weiteren Klärungsbedarf.  hintergrund

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