Zank um den Kita-Streik, Zukunft des Keltendorfs

Liebe Leserinnen und Leser im Hersfelder Land,

neben dem Bahnstreik bewegte in dieser Woche der Kindergarten-Streik die Gemüter im Wartburgkreis. In Schweina, Bad Liebenstein und teilweise auch in Bad Salzungen mussten sich die Eltern etwas für die Betreuung ihrer Jüngsten einfallen lassen. Während in Bad Salzungen und Bad Liebenstein die Einrichtungen nur für einen Tag geschlossen blieben, wurden die Schweinaer Eltern auf die Geduldsprobe gestellt. Die gesamte Woche blieb die Einrichtung geschlossen.

Nicht alle Eltern hatten Verständnis für die streikenden Erzieherinnen. Plakate mit den Aufschriften „Hier wird nicht gespielt. Hier wird gestreikt“ und „Fröbel würde sich im Grab rumdrehen“ hingen für knapp zwei Stunden am Friedrich-Fröbel-Kindergarten. Dann soll die Leiterin die Protestschriften entfernt haben, was wiederum Eltern erzürnte: „Das Streikrecht der Erzieher sollen Eltern und Kinder hinnehmen, deren Recht auf freie Meinungsäußerung wurde jedoch nicht akzeptiert.“ Ab Dienstag soll die kommunale Kindertagesstätte wieder geöffnet sein. Bleibt zu hoffen, dass dann Ruhe einkehrt.

Mit einem ganz anderen Problem hatte sich der Gemeinderat in Unterbreizbach auseinanderzusetzen: Wie soll es mit dem Keltendorf in Sünna weitergehen? Im Jahr 2004 hatte die Gemeinde das Waldgrundstück, auf dem das Keltendorf – mit Fördergeld – errichtet wurde, gepachtet. 2016 laufen der Pachtvertrag und die Förderbindefrist aus. Konsens in allen Debatten zum Thema herrschte bisher darüber, dass danach Grund und Boden sowie die Gebäude eigentumsmäßig in eine Hand kommen, weil dies für die Betreibung des Keltendorfes optimal ist. Das Grundstück gehört dem Betreiber des Keltenhotels, die Gebäude der Gemeinde.

Die Gemeinderäte hatten nun darüber zu befinden, ob die Gemeinde die Keltendorfflächen übernimmt oder die Gebäude an den Betreiber des Keltenhotels verkauft. Dieser hatte sich in Vorgesprächen mit beiden Optionen einverstanden erklärt. Ginge das Grundstück an die Gemeinde, würde er dafür im Tausch eine andere, größere Waldfläche, die an das Keltenhotel grenzt, bekommen. Behielte er Grund und Boden, würde er die Betreibung des Keltendorfes mit übernehmen. Nach längerer Debatte entschied sich der Gemeinderat mit knapper Mehrheit, dass die Gemeinde das Grundstück per Tausch übernimmt.

Susanne.Moeller@stz-online.de

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