Keine Einschränkungen im Kreis - Kritik am Budget-System

Zahnärzte bohren und behandeln weiter

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Hersfeld-Rotenburg. Wer keine akuten Schmerzen hat, muss warten. Viele gesetzlich versicherte Patienten bekommen in diesem Jahr keinen Behandlungstermin mehr beim Zahnarzt – diese Nachricht schreckte viele Patienten auf.

Sie können jedoch beruhigt weiter beim Arzt ihres Vertrauens um einen Termin bitten. Im Landkreis Hersfeld-Rotenburg wird in den Praxen ganz normal behandelt. Das bestätigten die Zahnärzte auf Anfrage. „Bei uns ändert sich nichts. Wir arbeiten normal weiter“, betont zum Beispiel Dr. Walter Rahn aus Bebra.

Dr. Matthias Lotz aus Bad Hersfeld erklärt auch, warum das so ist. Die Verteilung der Budgets sei von den Kassenzahnärztlichen Vereinigungen (KZV) in jedem Bundesland anders geregelt, erläutert er. In Hessen gebe es keine Budgetsperrtage. Stattdessen werde im Juli des Folgejahres ermittelt, ob und wie sehr das Budget überzogen wurde. Auf die Zahnärzte können dann erhebliche Rückzahlungen zukommen.

„Das ist unkalkulierbar. Wir wissen nicht, wann der Topf leer ist“, sagt Matthias Lotz. In Bayern laufe das anders. Da informiere die KZV ihre Ärzte, wenn das Budget erschöpft sei und sie kein Geld mehr für ihre Behandlungen bekämen. Der Arzt kann dann Kassenpatienten unentgeltlich weiter behandeln oder eben nur noch Notfälle annehmen.

Dieses Budget-System sieht Lotz als großen Mangel im Gesundheitswesen, der auf dem Rücken der Patienten und der Ärzte ausgetragen werde – in Hessen vor allem auf dem der Ärzte.

„Wenn man weiß, dass man ohnehin etwas von seinem Honorar abgezogen bekommt, kann man einfach etwas länger Urlaub machen, dann hat man wenigstens Urlaub gehabt und nicht umsonst gearbeitet“, überlegt Lotz, wie er und seine Kollegen mit Problem umgehen könnten. Die Patienten jedenfalls werden auch in den kommenden Wochen behandelt wie immer.

Von Christine Zacharias

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