Arbeitslosigkeit geht weiter zurück / Agenturchef warnt vor dem demographischen Folgen

Zahlen gut, Zukunft düster

Bad Hersfeld. Die sonst übliche Sommerpause am Arbeitsmarkt bleibt im Landkreis Hersfeld-Rotenburg in diesem Jahr aus. Auch im Juli sind die Arbeitslosenzahlen gesunken. Insgesamt waren im vergangenen Monat im Landkreis Hersfeld-Rotenburg 3648 Menschen arbeitslos gemeldet. Somit ist die Zahl der Arbeitslosen nochmals um 23 Personen zurück gegangen.

Im Vergleich zum Juli 2009 sind 926 Menschen weniger von Arbeitslosigkeit betroffen. Die Arbeitslosenquote liegt jetzt bei 6,0 Prozent. „Jahreszeit übliche Einflüsse, wie Ausbildungs- und Schulende, Sommerferien und das Halbjahresende, haben sich in diesem Jahr weniger stark bemerkbar gemacht als in vergangenen Jahren“, kommentiert Matthias Oppel, Leiter der Bad Hersfelder Arbeitsagentur, die aktuellen Zahlen.

Allerdings meldeten sich, wie bereits erwartet, vermehrt Jugendliche nach dem Ausbildungsende arbeitslos. Im Juli stieg die Zahl der arbeitslosen unter 25 Jahren um 122 auf jetzt 508 Arbeitslose an. Dies sei aber im Vergleich zum vergangenen Jahr immer noch ein positiver Wert. Im Juli 2009 waren fast 170 Jugendliche mehr von Arbeitslosigkeit betroffen. Beeinflusst durch den Halbjahreswechsel im Angestelltenbereich stieg die Zahl der weiblichen Arbeitslosen im Juli um 52 auf 1933 arbeitslose Frauen an.

Die Arbeitslosigkeit ist im Juli sowohl im Landkreis Hersfeld-Rotenburg als auch im Altkreis Eschwege zurück gegangen. Dabei wurde der Rückgang im Landkreis Hersfeld-Rotenburg durch einen leichten Anstieg der Arbeitslosenzahlen im Kreisteil Rotenburg gebremst.

Hier sind die Zahlen im Juli um zwölf Personen angestiegen. Im Vergleich zu den Vorjahreszahlen ist in allen Regionen der Arbeitsagentur Bad Hersfeld ein deutlicher Rückgang der Arbeitslosigkeit zu verzeichnen.

Wegzug absehbar

„Die aktuell positive Entwicklung darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die demographische Entwicklung langfristig zu vielen Herausforderungen führen wird“, warnte Oppel. Durch den Wegzug junger Menschen und Familien, erleide die Region einen deutlichen Bevölkerungsrückgang, der auch zur Überalterung führe.

Durch die Ansiedlung der Hochschule Gießen-Friedberg, die in Bad Hersfeld einen Logistik-Studiengang einrichten will (wie berichteten) seinen aber bereits Schritte in die richtige Richtung erkennbar.

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