Bürger-Informationsveranstaltung zur Geistal-Bahntrasse in Bad Hersfeld

Die Zahlen entscheiden

Bürgerinformationsveranstaltung zur Bahntrasse Geistal in der Bad Hersfelder Stadthalle mit prominent besetztem Podium. Am Rednerpult Neuensteins Bürgermeister Walter Glänzer. Foto: Schönholtz

Bad Hersfeld. Nicht nur im Geistal ist die geplante neue Schnellbahntrasse ein Thema, das die Menschen erzürnt und bewegt, sondern auch in der Kreisstadt Bad Hersfeld: dort fürchtet man um die Anbindung an das ICE-Streckennetz und damit um gute Bahnverbindungen nach Frankfurt und Richtung Leipzig. Mehr als 250 Interessierte waren deshalb am Vorabend von Himmelfahrt zur Bürgerinformationsveranstaltung in die Stadthalle gekommen, um Details kennenzulernen und Neues zu erfahren.

Die Befürchtung, durch die im neuen Bundesverkehrswegeplan grob eingezeichnete Trasse zwischen dem Überholbahnhof Beiersgraben bei Kirchheim und der Berliner Kurve bei Bebra-Blankenheim den Verlust des ICE-Halts Bad Hersfeld mit einer erhöhten Lärmbelastung vergolten zu bekommen, erscheint beim derzeitigen Planungsstand realistisch.

Die Forderungen von Stadt, Nachbargemeinden, Landkreis und Bürgerinitiativen konzentrieren sich deshalb auf drei Kernpunkte: die Trassenführung durchs Geistal aus dem Plan streichen, den ICE-Bahnhof Bad Hersfeld erhalten und bei allen weiteren Überlegungen die Beteiligung der Bürger sicherstellen.

Bad Hersfelds Bürgermeister Thomas Fehling machte jedoch deutlich, dass am Ende für die Deutsche Bahn die Fahrgastzahlen das entscheidende Argument sein werden. Nur wenn im Bad Hersfelder Bahnhof ausreichend viele Menschen zu- und aussteigen, habe der Protest gegen die Abkopplung Aussicht auf Erfolg.

Fehling verwies zudem auf die Anstrengungen, die die Stadt unternommen hat und künftig unternehmen wird, um den Bahnhof attraktiv zu halten. Vorplatz und Unterführung wurden aufwendig saniert, ein weiterer Park&Ride-Platz an der Bismarckstraße ist noch für dieses Jahr geplant, und mit der Bahn wird über einen Kauf des Bahnhofsgebäudes verhandelt.

Dass die Stadt bei all dem starke Mitstreiter an ihrer Seite hat, machten in der Stadthalle der Bundestagsabgeordnete Helmut Heiderich, Landrat Michael Koch, Neunsteins Bürgermeister Walter Glänzer und Vertreter der Bürgerinitiativen deutlich. In ihren Beiträgen war unisono von Schulterschluss und Widerstand die Rede.

Oder wie es der Abgeordnete Heiderich ausdrückte: „Ich gehe davon aus, dass dieser Plan auf der Strecke bleibt.“

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