Hautärztin: Gerade in dieser Hitze Eincremen nicht vergessen

Zahl der Patienten mit Hautkrebs steigt weiter

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Hersfeld-Rotenburg. Schwitzige 30 Grad im Schatten und in den Schwimmbädern im Kreis drängen sich hunderte Kinder und Erwachsene um den besten Platz an der Sonne und im Pool. Gleichzeitig wächst die Zahl der Patienten, die in den Wartezimmern von Hautärztin Lilli Eberhardt in Bad Hersfeld und ihren Kollegen sitzen. Diagnose Hautkrebs. Deshalb rät Eberhardt zur jährlichen Vorsorge und ständigem Eincremen.

Neue Untersuchungen zeigen, dass deutschlandweit jährlich knapp 200 000 Menschen neu an Hautkrebs erkranken. „Das liegt auch daran, dass jetzt mehr Leute zur Vorsorge gehen, weil die Krankenkassen die Prophylaxe alle zwei jahre für Patienten ab 35 Jahren zahlen. Aber es sitzen viele Jüngere hier, die schon Hautkrebs haben“, sagt Eberhardt. Laien seien nicht in der Lage, Leber- und Pigmentflecken mit Hautkrebs zu erkennen, auch wenn es einige Anzeichen wie unscharfe Umrisse, ungleichmäßige Verfärbungen und wachsende Flecken gebe. „Es ist wichtig, dass jeder nur mit Sonnenschutz ein Sonnenbad nimmt. Gerade bei Temperaturen wie in diesen Tagen“, sagt die Hautärztin.

Jeder könne sich allein dadurch schon schützen, dass er sich die richtige Zeit zum Sonnen aussuche, und zwar bis 11 Uhr vormittags und erst ab 16 Uhr wieder. „Außerdem haben Lichtschutzfaktoren unter 25 für mich keinen Sinn“, sagt Lilli Eberhardt.

Schädliche UV-Filter

Dass die Sonnencremes nicht uneingeschränkt empfehlenswert sind, merkt Sabine Franke-Bock von der Verbraucherberatung in Bad Hersfeld an. „Nach einer neuen Studie wirken Stoffe in den UV-Filtern wie Hormone. Sie dringen in die Haut ein und sind sogar in der Muttermilch nachweisbar.“ Davon abgesehen, müsse man auch beim Baden auf den Hautschutz achten. „Toll sind körperbedeckende Badesachen, vor allem für Kleinkinder.“ Zum Tage Service, Lokalseite 7

Von Judith Strecker

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