Trend: Neugründungen im Gesundheitswesen und in der Kommunikationsbranche

Zahl der Gewerbeanmeldungen im Landkreis stagniert

Hersfeld-Rotenburg. Statt einer Arbeitsstelle als abhängig Beschäftigter das vermeintliche Wagnis einer Firmenneugründung als Selbstständiger einzugehen - das wollen immer weniger Menschen.

Die Zahl der neugegründeten Unternehmen nimmt seit dem Jahr 2013 stetig ab, heißt es im aktuellen Gründerreport der Industrie- und Handelskammer Kassel-Marburg.

Geschuldet ist diese Entwicklung allerdings einem äußerst positiven Umstand: Der guten Konjunktur, die auch die Unternehmen im Landkreis spüren. Eine Folge ist eine so niedrige Zahl an Arbeitslosen, wie es sie im Kreis teilweise seit 1985 - dem Beginn der Aufzeichnungen – nicht gegeben hat, wie Waldemar Dombrowski, Chef der Arbeitsagentur Bad Hersfeld-Fulda, zu berichten weiß. So sei die Arbeitslosigkeit im Jahresdurchschnitt in fünf Jahren um 16,5 Prozent gesunken.

„Gründungen aus der Not werden weniger, weil die Menschen bei uns auf dem Arbeitsmarkt gute Perspektiven haben“, sagt Tobias Binder, Leiter des IHK Servicezentrums Hersfeld-Rotenburg. Dennoch gebe es im Kreis mit 770 Neugründungen 2015 im Vergleich zu 765 ein Jahr zuvor konstante Gründerzahlen. Im benachbarten Schwalm-Eder-Kreis sowie im Werra-Meißner-Kreis seien die Zahlen hingegen stärker rückläufig.

Verschoben haben sich laut Binder auch die Branchen, in denen es zu Existenzgründungen kommt. Zwar seien Dienstleistungen und Handel nach wie vor am stärksten vertreten, Gesundheits- und Sozialwesen sowie die Informations- und Kommunikationsbranche seien allerdings seit Jahren verstärkt im Trend. „Für Bad Hersfeld als Logistikstandort kommt hinzu, dass es hier im Logistikbereich traditionsgemäß viele Neugründungen gibt“, sagt Binder. Als Gründe nennt er gesellschaftliche Entwicklungen, wie die zunehmend älter werdende Bevölkerung, die die Nachfrage im Gesundheitswesen ankurbele, sowie die Herausforderungen der Digitalisierung.

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