Wahlleiter: Kein Indiz für eine besonders hohe Wahlbeteiligung

Zahl der Briefwähler auf Rekordniveau

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Symbolbild

Hersfeld-Rotenburg. So viele Bürger wie noch nie haben bereits ihre Stimmen für die morgigen Bundes- und Landtagswahlen abgegeben. Die Zahl der Briefwähler bewegt sich auf Rekordniveau. Das zeigt eine Umfrage bei den Wahlämtern im Kreis Hersfeld-Rotenburg.

Vor allem in den Städten gingen noch nie so viele Briefwahlanträge ein. In Bad Hersfeld hatten bis Freitagmittag 3676 Wähler einen Antrag auf Briefwahl gestellt. Der Rekord lag bisher bei 3080. In Rotenburg (1808 Anträge) und Heringen (1216) gibt etwa ein Drittel mehr Bürger die Stimmen bequem von Zuhause ab.

Auch Bebra, wo morgen auch der Bürgermeister bestimmt wird, verzeichnet eine Rekordbeteiligung. „Es gab zum ersten Mal Schlangen vor dem Rathaus von Leuten, die ihre Briefwahlunterlagen abgeholt haben“, sagt Wahlleiter Friedhelm Eyert. Bei der Bundestagswahl 2009 gaben 1292 Bebraner ihre Stimme per Briefwahl ab, diesmal werden es etwa 200 mehr sein.

Unterschiedlich sieht die Situation in den Gemeinden aus: Während sich in den kleineren Orten wie Ronshausen und Breitenbach am Herzberg das Briefwahlaufkommen auf dem normalen Niveau bewegt, verzeichnen Hohenroda und Wildeck ebenfalls eine deutliche Zunahme.

Die Nachfrage ist so groß, dass bereits Briefwahlunterlagen nachgeordert wurden, sagt der stellvertretende Kreiswahlleiter Karl Knierim. Seine Behörde betreut die Landtagswahlkreise 10 (Rotenburg-Sontra) und 11 (Hersfeld) mit etwa 119 600 Wahlberechtigten. Der Bundestagswahlkreis 169 (Hersfeld-Rotenburg und Werra-Meißner) wird von Eschwege aus geleitet.

Die hohe Zahl der Briefwähler sei aber kein Hinweis, dass die gesamte Wahlbeteiligung besonders hoch sein wird, sagt Knierim. Die Bürger wollten angesichts der Doppelwahl einfach ihre Kreuzchen lieber bequem zu Hause machen, als unter Druck in der Wahlkabine. 2. Seite

Von Marcus Janz

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