Orkan lähmte Straßenverkehr im Landkreis – Große Dächer flogen weg

Xynthia legt Bäume flach

Frank Neuber, Arbeiter der Straßenmeisterei Bad Hersfeld, säubert am Steuer seiner Kehrmaschine die Straße nach Wippershain. Im Wald selbst hat der Orkan wieder kräftige Lücken hinterlassen, wie der freie Blick zum Himmel (hinten) zeigt. Fotos: Hornickel

Hersfeld-Rotenburg. Nach Orkan Xynthia, der unseren Landkreis im Expresszug-Tempo durchrauschte, hat in Stadt und Land das große Aufräumen begonnen. Arbeiter des Hessen-Forstes und die Mitarbeiter der Straßenmeisterei in Bad Hersfeld und Rotenburg hatten bis zum Nachmittag alle Hände voll zu tun, um die 14 unpassierbaren Bundes-, Landes- und Kreisstraßen im Landkreis, beispielswesie die Stockstraße, die Parallelstraße zur A4 von Friedewald nach Hönebach und die Lange Heide von umgestürzten Bäumen frei zu schneiden und die Fahrbahnen von Ästen, Zweigen, Blättern und Sägespänen zu fegen. Im Forst hat es kräftig gekracht. Das Ausmaß des Windwurfes lässt sich noch nicht abschätzen, weil sich die Forstleute den Weg in die Wälder erst freischneiden müssen. Jens Müller, der Leiter des Forstamtes Bad Hersfeld, versicherte gestern, dass die Schäden nicht das Ausmaß des letzten Sturmtiefs Kyrill erreicht hätten. Umgefallene Bäume und Straßenschilder behinderten nur noch punktuell den Straßenverkehr. Fast 160 Einsätze fuhren die Feuerwehren am Sonntag, 45 davon allein der Bad Hersfelder Stadtbrandinspektor Thomas Daube und seine Leute am Halse. In Rotenburg und Bebra wurde die Feuerwehr nur 25-mal gebraucht.

Gestern traten weitere Schäden zu tage. So flogen beim Heringer Industriemontage- und Anlagenbauer Messer bituminöse Dachbahnen und Styroporplatten von einer der Montagehallen. In Teilen verlor das Lehr- und Ausbildungsrestaurant in der Bad Hersfelder Kaserne die Dacheindeckung.

„Es wird ein paar Tage dauern, bis wir uns einen kompletten Überblick über die Situation verschaffen können“, sagt Forstamtschef Müller über die Schäden, die Xynthia in und um die Kreisstadt angerichtet hat.

Noch Schäden von Kyrill

Bislang geht Müller davon aus, dass über 10 000 Festmeter Holz unter dem Orkan gelitten haben. Insbesondere dort, wo Borkenkäfer in den vergangenen Jahren zugeschlagen haben, sei der Schaden groß. Aber auch an Stellen, wo noch Kyrill-Schäden übrig waren, habe Xynthia viele Bäume beschädigt. Besonders betroffen sind laut Müller die Wippershainer Höhe und die Lange Heide nach Reckerode. „Dieser Sturm hatte nicht das Ausmaß von Kyrill, trotzdem ist er nicht zu unterschätzen“, erklärt Müller. Dessen Kollege Dr, Hans-Werner Führer vom Hessen-Forstamt Rotenburg sieht keine großflächigen Schäden wie bei Kyrill. In seinem Beritt gibt es die größten Schäden am Alheimer, bei Sterkelshausen und bei Hönebach. Stromausfälle beschäftigen den Energie-Versorger E.ON. LOKALSEITE 4

Von Kurt Hornickel, Peter Gottbehüt und Dorothea Backovic

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