E.On: Bäume in den Leitungen, knickende Masten

Xynthia kappt 12 000 den Strom

Hersfeld-Rotenburg. Umgestürzte Holz-Masten, Äste in Freileitungen oder geborstene Traversen in den Überlandleitungen. Diese Auswirkungen hatte das Orkantief Xynthia am Sonntag auf die Stromversorgung in unserem Landkreis.

Zu der Zeit, in der der Orkan am heftigsten über Waldhessen heulte, waren zeitweise 12 000 Menschen ohne Strom. Gegen 20.30 Uhr hatten die Mitarbeiter des Stromversorgers E.ON-Mitte die Lage aber wieder im Griff. Das versicherte E.ON gestern auf Anfrage unsrere Zeitung.

„Aus meiner Sicht waren die Auswirkungen des Sturmtiefs am Sonntag in manchen Bereichen fast genauso dramatisch, wie bei dem Orkan Kyrill in 2007“, erklärte Peter Guse, der für den technischen Netzservice von E.ON Mitte auch im Kreis-Hersfeld-Rotenburg zuständig ist.

Guses Mitarbeiter im Bereitschaftsdienst und deren Kollegen, die aus dem freien Wochenende dazugerufen wurden, hatten alle Hände voll zu tun, um das Störungsgeschehen in den Griff zu bekommen.

„Durch die Umschaltungen auf parallel verlaufende Leitungen und den Einsatz von Notstromaggregaten konnte die Stromversorgung in den meisten Fällen am Nachmittag wieder sichergestellt werden“, berichtet Netzmanager Guse.

Schwer hinzukommen

Durch die zahlreichen umgestürzten Bäume war es für Mitarbeiter von E.ON Mitte in einigen Fällen unmöglich bis in die betroffenen Waldschneisen vorzudringen. Hier bestand in den Abendstunden immer noch Lebensgefahr.

Gegen 15.03 Uhr kam es nach Angaben von E.ON Mitte Pressesprecher Günther-Michael Birmes zu einem Ausfall der 20 000-Volt-Leitung zwischen dem Umspannwerk Hersfeld und Schenklengsfeld und Eitra.

Als Ursache für die Störung wurden bei einer Kontrolle umgestürzte Bäume festgestellt, die die Leiterseile einer Stromleitung beschädigt hatten.

Umleitung für Hauneck

E.ON Mitte konnte die beschädigte Leitung aus dem Netz herausschalten und die betroffenen 4160 Einwohner über eine zweite Leitungsstrecke mit elektrischer Energie versorgen.

Gegen 15.48 Uhr waren alle Kunden in Eitra, Oberhaun, Rotensee, Unterhaun, Wippershain und Wüstfeld wieder am Netz von E.ON Mitte.

Bereits um 14.36 Uhr kam es zu einem etwa 40-minütigen Ausfall der 20 000-Volt-Leitung zwischen dem Umspannwerk Bad Hersfeld und Niederaula/Holzheim. Hier waren Bäume zwischen den Stationen Roßbach und Holzheimer Straße auf die Leiterseile gestürzt. Durch Umschaltungen konnten die 771 betroffenen Einwohner in Hilperhausen, Holzheim, Kruspis, Roßbach, Solms und Stärklos um etwa 15.15 Uhr wieder versorgt werden.

Eine Stunde Ausfall

Um 14.42 Uhr kam es zum sturmbedingten Ausfall der Leitung zwischen der Schaltstation Immensee und Obersuhl/Bosserode. Durch Umschaltungen konnte E.ON-Mitte die Versorgung gegen 15.41 Uhr wieder sicherstellen. Betroffen waren hier etwa 3200 Einwohner in Bodesruh, Kleinensee, Bosserode, Hönebach und Richelsdorf.

Um die ausgefallenen Leitungsstrecken wieder versorgen zu können, mussten die fehlerbehafteten Leitungsteilstrecken vor Ort von E.ON Mitte-Mitarbeitern lokalisiert und freigeschaltet werden. Dabei kämpften die Elektriker selbst mit den durch den Orkan verursachten Hinderrnissen.

Von Kurt Hornickel

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