Lesung der Schreibwerkstatt in der Bad Hersfelder Dippelmühle

Die Wurzeln der Heimat

Schreibwerkstatt: Von linksOliva Hein, Aliena Kempf musizierte, Wernhild Bär, Irene Kreissl, Claudia Wagner-Kempf, Werner Jakubczyk, Doris Eckert-Mand, Waltraud Viehmann, Marina Horn und Ruth Henn. Es fehlt Monika Beisheim. Die Klavierspielerin ist Aliena Kempf. Foto: nh

Bad Hersfeld. „Meine Wurzeln brauchen Wasser“, mit dieser Aussage endete der Text von Marina Horn über eine Reise in ihre Heimatstadt Brandenburg an der Havel. Der Frage: „Was ist Heimat?“ waren neun Frauen und ein Mann aus der Schreibwerkstatt Dippelmühle nachgegangen und hatten ganz eigene, persönliche Antworten gefunden und in einer öffentlichen Lesung vorgetragen.

„Schöne Wälder, tiefe Seen“ schrieb Werner Jakubczyk rückblickend über seine frühere Heimat Masuren. Claudia Wagner-Kempf nahm die Zuhörer mit hinein in das Haus ihrer ersten drei Kinderjahre, in jeden Raum – und sprach über Gerüche und Gefühle.

Über eine „fröhliche Kindheit am Frauenberg“ in Fulda berichtete Irene Kreissl, und Doris Eckert-Mand erinnerte sich an eine Wanderung mit ihrem Vater in seinen Heimatort, geführt von einem „inneren Kompass“.

Kindheit in Brandenburg

Wernhild Bär erzählte aus ihrer Kindheit „an der kleinen Elster“ im Land Brandenburg und Oliva Hein in einem Gedicht von der verlorenen Heimat im Sudetenland.

Das ehrwürdige Gemäuer der Stiftsruine inspirierte Ruth Henn zu dem Gedicht „Mauergeflüster“ und Waltraud Viehmann schilderte in ihrem Text das fast tödliche Heimweh des jungen Konrad Pippert aus Obergeis in russischer Kriegsgefangenschaft.

Beendet wurde die Lesung durch Monika Beisheim mit einer abrundenden Verortung von Heimat: „Zuhause in mir.“

Auf dem Klavier begleitete die 13-jährige Aliena Kempf die Lesung. Ihr und den Lesenden dankten die Gäste der Dippelmühle mit kräftigemApplaus. (red)

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