Christof Müller aus Berlin ist der neue Technische Leiter der Bad Hersfelder Festspiele

Wunsch und Wirklichkeit

Was geht, was geht nicht in der Stiftsruine? Christof Müller, der neue Technische Leiter der Bad Hersfelder Festspiele, macht sich an Ort und Stelle Notizen. Foto: Schönholtz

Bad Hersfeld. Seine Gedanken pendeln zwischen Wunsch und Wirklichkeit. Zwischen dem, was sich die Regisseure der Bad Hersfelder Festspiele für ihre Inszenierungen so vorstellen, und dem, was ihm realistisch erscheint – technisch wie finanziell. Hier die Balance zu finden, das ist die Aufgabe von Christof Müller, dem neuen Technischen Leiter des Theaters in der Stiftsruine.

Der 46-Jährige aus Berlin kennt sich nämlich auf beiden Seiten der Bühne aus, er ist sowohl Praktiker wie auch Künstler. Denn am Beginn von Müllers beruflichem Werdegangs stand einerseits eine Schlosserlehre, andererseits ein Studium von Schauspiel und Gesang in Leipzig. Sein Diplom erwarb er 1995 im Fach Theater- und Veranstaltungstechnik.

In Bad Hersfeld erlebt Christof Müller jetzt eine besonders spannende Phase der Vorbereitungen. Denn das denkmalgeschützte Gemäuer der Stiftsruine, das im Normalzustand bar jeder Theater-spezifischen Infrastruktur ist, stellt für alle Beteiligten eine große Herausforderung dar. Was geht? Was geht nicht? Was können, was wollen sich die Festspiele leisten? Da im Moment die Anforderungen und Erwartungen von drei Regisseuren der Neuinszenierungen aufeinander prallen, hat der Technische Leiter ordentlich Kopfarbeit zu leisten – lange bevor es an die praktische Umsetzung geht.

Gestern hatte er deshalb ein ausführliches Gespräch mit Intendant Holk Freytag, um sich anschließend mit dem Team vom Bühnenaufbau zu verständigen.

Vielfältige Erfahrungen

Doch der gebürtige Hallenser Müller verfügt über vielfältige Erfahrungen. Er hat in Finnland gearbeitet und in Schweden, an mehreren Berliner Bühnen, in Ulm und Osnabrück. Er war mal fest angestellt, dann wieder freiberuflich tätig. Zur Zeit betreibt er mit seiner Frau eine eigene Firma.

Über die Bekanntschaft der Gattin mit Holk Freytag von gemeinsamer Arbeit in Wuppertal kam auch der Kontakt nach Bad Hersfeld zustande, wo ein Nachfolger für Stefan Kuno gesucht wurde. Die Festspiele wird Christof Müller übrigens im Wechsel aus Berlin und vor Ort betreuen.

Mit welchen technischen Besonderheit die Festspiel-Besucher im Sommer überrascht werden sollen, das verrät Müller jetzt noch nicht. Aber dass etwas Spektakuläres dabei sein könnte – da schmunzelt der neue Technik-Chef mit wissendem Blick.

Von Karl Schönholtz

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