Chor aus tschechischer Partnerstadt gastiert mit „Böhmischer Hirtenmesse“ in Stadtkirche

Wunder der Heiligen Nacht

Zum Abschluss der Messe bedankte sich das Publikum mit stehenden Ovationen für das musikalische Weihnachtsgeschenk. Links vorn im Bild Chorleiter Vit Rozehnal, ganz rechts der stellvertretende Bürgermeister und Solist Peter Suchomel. Foto: Schmidl

Bad Hersfeld. Fast jeder Tscheche kennt die jubelnden Melodien von Jakub Jan Rybas „Böhmischer Hirtenmesse“, die er im Jahr 1796 komponierte. „Meister schau! Steh schnell auf! Sieh nur, welche Pracht leuchtet in der Nacht, wie das Firmament plötzlich glühend brennt!“ So berichtet ein junger Hirte vom Weihnachtszauber. Am Samstag verzauberte der Chor „Schola zum heiligen Johannes dem Täufer“ unter der Leitung von Vit Rozehnal aus der tschechischen Partnerstadt Sumperk das Publikum in der gut besuchten Stadtkirche.

Weihnachtsgeschenk

Für den Chor war das Konzert in Bad Hersfeld krönender Abschluss seiner Europatournee und gleichzeitig ein Weihnachtsgeschenk an die Stadt. Peter Suchomel, stellvertretender Bürgermeister von Sumperk, bedankte sich bei Bürgermeister Thomas Fehling für die Gastfreundschaft, bei Karl-Ernst Wiechers, dem Vorsitzenden der deutsch-tschechischen Gesellschaft, für die Unterstützung bei der Organisation des Konzertes und ehrte besonders herzlich den 85-jährigen Willy Sesselmann, der persönlich ganz viel für die fast zwanzig Jahre bestehende Partnerschaft getan hat.

„Achtzig Sängerinnen und Sänger und zwanzig Musiker haben ihnen das schönste aus der Weihnachtsmusik, das wir in unserem Land haben, mitgebracht“, versprach Peter Suchomel, der selbst als einer der Solisten brillierte. Das frohe und von Optimismus geprägte Werk besticht vor allem auch durch seine profane und verständliche Sprache. Für die Musikliebhaber lagen ausreichend deutsche Übersetzungen bereit, sodass sie der in tschechisch gesungenen Messe folgen konnten.

Das Geschehen von Bethlehem wird in wirkungsvoller Weise in Rybas Heimat Böhmen versetzt, verdeutlicht durch die heimischen Namen der Hirten, die gemeinsam das Wunder der Heiligen Nacht erleben. Die spontane Freude der Hirten über die Geburt des Jesuskindes findet ihren Ausdruck in der farbigen Instrumentierung dieser fröhlichen Musik. Und doch prägt dieses Werk auch die andere Seite weihnachtlicher Stimmung: Nachdenklichkeit und innere Besinnung.

Sängerinnen und Sänger begeisterten mit ihrer exzellenten Stimmkraft sowie vielen Soli und Chorpassagen. Unglaublich, dass dieser hervorragende Chor ausschließlich mit Amateuren besetzt ist.

Erst zum Abschluss der Messe bedankte sich das Publikum mit stehenden Ovationen für das zu Herzen gehende musikalische Geschenk, das leider viel zu wenige Bad Hersfelder Bürgerinnen und Bürger angenommen haben. Die Gäste aus der Partnerstadt hätten auf jeden Fall mehr Publikum verdient. Hintergrund

Von Gudrun Schmidl

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