Petri & Tiemann weisen Vorwürfe zurück – „Schwierige Zeiten“

„wortreich“-Macher im Kreuzfeuer der Kritik

Frank Müller-Wagner

Bad Hersfeld. Bei der Planung des Bad Hersfelder Mitmach-Museums „wortreich“ wurde nicht mit geschönten Besucherprognosen gearbeitet. Diesen im Zuge der jüngst vollzogenen Trennung von Stadt Bad Hersfeld und der Betreibergesellschaft Petri & Tiemann (P&T) erhobenen Vorwurf wies das Bremer Unternehmen jetzt zurück.

„Die Zahlen waren aus unserer Sicht zum damaligen Zeitpunkt berechtigt,“ stellte Frank Müller-Wagner, Mitarbeiter von P&T sowie Geschäftsführer der „wortreich“-Management GmbH, auf Anfrage fest.

Der Markt habe sich anders als erwartet entwickelt, rechtfertigte Müller-Wagner die von P&T erstellte Standort-Prognose, die für das erste Jahr von 120 000 Besuchern ausging und 100 000 in den Folgejahren. Tatsächlich wurden seit der Eröffnung im Oktober 2011 lediglich 65 000 Gäste gezählt. Allein dieses Jahr fehlen 500 000 Euro für den Betrieb des „wortreichs“ (unsere Zeitung berichtete).

Müller-Wagner räumte ein, dass das Marketing nicht funktioniert habe. Es sei nicht gelungen, die Zielgruppe der Erwachsenen in ausreichendem Maße zu begeistern. Die Ursachen seien vielfältig.

Den weiteren Vorwurf, bei den „wortreich“-Exponaten seien Billig-Materialien verarbeitet worden und die Ausfallquote deshalb unverhältnismäßig hoch, lässt Müller-Wagner ebenfalls nicht gelten: Die Ausstellungsstücke – die Hälfte davon eigens entwickelte Prototypen – seien regulär ausgeschrieben worden und unterlägen der Gewährleistung.

Das „wortreich“ ist nicht das einzige von P&T entwickelte Science Center, das in Schwierigkeiten steckt. Wegen zu geringer Besucherzahlen sind die Bremer auch vor ihrer Haustür mit dem „Universum“ und mit dem „Welios“ in Österreich ins Kreuzfeuer der Kritik geraten. zum Tage, hintergrund, Lokalseite 2

Von Karl Schönholtz

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