Interview mit Frank Müller-Wagner, der das Science Center im Schilde-Park plant

Das „wortreich“ ist einmalig

Frank Müller-Wagner ist der Mann, der das „wortreich“ nach Bad Hersfeld bringt. Foto: nh

Bad Hersfeld/Bremen. Der künftige Schilde-Stadtpark ist Bad Hersfelds größte Baustelle, doch in weniger als zehn Monaten wollen die Bremer Edutainment-Spezialisten Petri & Tiemann dort das „wortreich“, die Wissens- und Erlebniswelt zum Thema Sprache und Kommunikation, eröffnen.

Karl Schönholtz sprach mit Frank Müller-Wagner, dem geschäftsführenden Gesellschafter des Unternehmens, über den Stand der Vorbereitungen.

Herr Müller-Wagner, dort, wo im September 2011 das „wortreich“ eröffnen soll, sehen wir zurzeit ein paar eingerüstete Mauern mit nichts dahinter. Sind Sie dennoch im Zeitplan?

Müller-Wagner: Wir sind absolut im Zeitplan. Momentan realisiert der Hochbau die Instandsetzung der Fassade und führt den notwendigen Innenausbau durch. Nach den aktuellen Planungen sieht es so aus, dass wir im Frühjahr mit der Inneneinrichtung beginnen werden.

Die Baustelle im Schilde-Park ist das eine, die Ausgestaltung des Science Centers das andere. Existiert das „wortreich“ bisher nur in Ihren Plänen oder gibt es schon etwas zum Anfassen?

Müller-Wagner: Da gibt es noch nichts zum Anfassen. Alle Exponate und Kulissen sind momentan in der Ausschreibungsphase. Wir werden die ersten Angebote Anfang nächsten Jahres erhalten und im Februar und März die Aufträge an die Lieferanten erteilen. Erst im Anschluss daran werden diese mit der Produktion beginnen können.

Also, wenn wir hier genau aufpassen, dann können wir etwa im April sehen, wie jemand etwas ins „wortreich“ hineinträgt.

Müller-Wagner: Absolut. Im April werden die Kulissenbauer auf der Baustelle sein und es werden auch schon die ersten sehr großen Exponate geliefert. Denn wenn erst einmal die Kulissen eingebaut sind, ist natürlich nicht mehr so viel Flexibilität auf der Baustelle.

Das „wortreich“ ist inhaltlich dem Thema Sprache und Kommunikation gewidmet. Gibt es Vergleichbares Ihres Wissens schon irgendwo anders oder ist Hersfeld damit einmalig?

Müller-Wagner: Einmalig. Das ist auch unsere Intention, wenn wir derartige Ausstellungen entwickeln. Es müssen auf jeden Fall Unikate sein. So etwas gibt es nicht im deutschsprachigen Raum, und mir ist selbst in Europa nichts Vergleichbares bekannt.

Alt-Bürgermeister Boehmer spricht immer von den Festspielen als Alleinstellungsmerkmal der Stadt. Mit dem „wortreich“ hätte Bad Hersfeld dann ein zweites.

Müller-Wagner: Ja, beziehungsweise rundet Bad Hersfeld sein Alleinstellungsmerkmal noch weiter ab. Die Festspiele und das „wortreich“ werden sich hervorragend ergänzen können. Schließlich sind die Festspiele auch ein Beispiel für Sprache und Kommunikation.

In der Berichterstattung über das „wortreich“ war immer von 120 000 Besuchern die Rede, die jährlich erwartet werden. Ist das eine realistische Annahme?

Müller-Wagner: Wir haben eine Prognose erstellt, bei der wir davon ausgehen, dass die Besucher im Umkreis von 90 Minuten Fahrzeit motiviert werden können, so eine Einrichtung zu besuchen. Wir sehen hier ein gutes Potenzial durch die breite Zielgruppenansprache unseres erstellten Austellungskonzeptes. Da gehören nicht nur Schulklassen dazu, sondern auch Erwachsene und Reisegruppen mit älteren Menschen.

Petri & Tiemann wird das „wortreich“ fünf Jahre lang selbst betreiben. Wie geht es dann weiter?

Müller-Wagner: Das ist eine marktübliche Vertragslaufzeit. Die hatten wir beim „Universum Bremen“ auch. Hier sind wir jetzt im zehnten Jahr. Wenn alle miteinander zufrieden sind, steht einer Verlängerung nichts im Weg. Aber es ist jetzt natürlich verfrüht, darüber zu spekulieren, was in fünf Jahren ist.

Ihrer Erfahrung nach, wird das „wortreich“ dann eine bestens eingeführte Attraktion sein oder muss man sich dann schon wieder etwas Neues einfallen lassen?

Müller-Wagner: Wir gehen davon aus, dass das „wortreich“ nach fünf Jahren einen festen Platz in der deutschen Ausstellungslandschaft hat. Aber auch da kann man sich nicht auf Lorbeeren ausruhen, sondern muss aktiv dafür sorgen, dass das so bleibt. Zum Beispiel durch eine Weiterentwicklung der Ausstellung oder durch Sonderausstellungen.

Wissen Sie schon, was der Besuch des „wortreichs“ kosten wird?

Müller-Wagner: Ja. Wie es aussieht, werden Erwachsene 9,50 Euro bezahlen, Kinder 6,50 und Familien 28 Euro.

Undf wenn man öfters mal ins „wortreich“ möchte?

Müller-Wagner: Wir werden auch Jahreskarten anbieten. Die kosten dann für Erwachsene 25 Euro und für Kinder 16 Euro und lohnen sich damit bereits beim dritten Besuch.

Zur Eröffnung wird es ja sicherlich eine große Feier geben. Kommt denn ein Stargast? Konrad Duden steht ja leider nicht mehr zur Verfügung.

Müller-Wagner: Das wäre ja toll, wenn wir so jemanden verpflichten können. Da sind wir noch dran. Bisher ist es uns immer gelungen, einen passenden Partner für die Eröffnungsfeier zu finden.

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