Festakt zur „wortreich“-Eröffnung: Posch attestiert Bad Hersfeld Modellcharakter

Duden hätte Spaß gehabt

Bad Hersfeld. „Konrad Duden wäre sehr, sehr glücklich gewesen“, sagte Stephanie Geitner vom Duden-Verlag bei der Eröffnung der neuen Wissens- und Erlebniswelt „wortreich“ in Bad Hersfeld. Sie ist überzeugt davon, dass die Mitmach-Ausstellung zum Thema Sprache und Kommunikation auch dem Vater der deutschen Rechtschreibung Spaß gemacht hätte.

Mit einem Festakt in der Veranstaltungshalle des Schilde-Parks wurde das 35 Millionen-Euro-Projekt gestern Abend vor etwa 300 geladenen Gästen präsentiert, unter ihnen Hessens Wirtschaftsminister Dieter Posch. Der bescheinigte „wortreich“ und Parkanlagen Modellcharakter, denn am Beispiel Bad Hersfeld lasse sich aufzeigen, wie Fördermittel aus der Europäischen Union zum Einsatz kämen.

Die Premiere des „wortreich-Songs“, gesungen und gespielt vom Vorchor der Konrad-Duden-Singers, erlebten die Gäste des Festaktes in der Schilde-Halle. Fotos: Struthoff

Bürgermeister Thomas Fehling dankte in seiner Ansprache nicht nur seinen Mitarbeitern aus Verwaltung und Stadtentwicklungsgesellschaft, sondern ganz ausdrücklich auch seinem Vorgänger Hartmut H. Boehmer. „Dies ist ganz maßgeblich sein Erfolg“, würdigte Fehling die Initiative Boehmers, der die Umwandlung einer ehemaligen Industriefläche in einen vielfach nutzbaren Park auf den Weg gebracht hatte. Den Gästen gab Fehling mit auf den Weg: „Lassen Sie sich beeindrucken und erzählen Sie es weiter!“

In zwei Talk-Runden berichteten Planer, Macher, Begleiter und Nutzer der Baumaßnahme und der Ausstellung auf die Fragen von FFH-Moderator Felix Möse von einer spannenden, aufregenden, aber jetzt glücklich überstandenen Zeit. Nicht vergessen wurde dabei, dass in die Gestaltung des Schilde-Parks auch die Ideen Hersfelder Bürger eingeflossen sind.

Der Journalist und Sprachwächter Reinhard Berger, der Auszüge aus einer „Schlauberger-Show“ zeigte, hielt sogar Minister Posch den Spiegel vor, indem er aus dem verschwurbelten Text einer Pressemitteilung aus dessen Hause zitierte.

Tosenden Beifall gab es für den Vorchor der Konrad-Duden-Singers unter der Leitung von Bernd Raacke, der den Schlager-Oldie „Liebeskummer lohnt sich nicht“ spielerisch auf die Bühne brachte und anschließend in Jugendsprache erstmals den „wortreich-Song“ vorstellte.

Fotos von der Eröffnungsveranstaltung

Festakt zur „wortreich“-Eröffnung

Wie man Beethoven gegen Mozart antreten lässt und dann zu Jerry Lee Lewis kommt, das zeigte Emanuel Jahreis, der „Piano-Killer“ aus Bremen. Anschließend war ein Ortswechsel angesagt: Über die Plaza ging es zum obligatorischen Bandschnitt, zum Büffet und zum Ausprobieren der Exponate ins „wortreich“.

Von Karl Schönholtz

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