Geistal-Schüler eröffneten Typografie-Ausstellung „Sprache wird durch Schrift erst schön“

Worte zum Leben erweckt

Lehrerin Christine Müller-Siebert (Mitte) lobte ihre Schülerinnen und Schüler für ihr unermüdliches Engagement: Die Klasse G9a der Gesamtschule Geistal eröffnete in der Kundenhalle der Sparkasse eine eigene Typografie-Ausstellung. Foto: Wagner

Bad Hersfeld. Typografie ist die Kunst, den richtigen Text in der richtigen Form darzustellen. Dass diese Kunst viel Fantasie und Geschick im Umgang mit modernen Grafik- und Textverarbeitungsprogrammen voraussetzt, konnten die Neuntklässler der Gesamtschule Geistal in diesem Schuljahr hautnah erleben. Im Rahmen der Aktion „Bad Hersfeld liest ein Buch“ stellte die Klasse G9a eigene Kunstwerke her und stellt diese nun unter dem bezeichnenden Titel „Sprache wird durch Schrift erst schön“ in der Rotunde der Sparkasse aus.

„Schriften sind wie Schauspieler, sie inszenieren das geschriebene Wort.“ Kunstlehrerin Christine Müller-Siebert gab den Besuchern der Vernissage im Rahmen ihrer Eröffnungsrede einen kleinen Einblick in die Technik der Typografie. „Meist bezeichnet der Begriff heute den Gestal-tungsprozess, der mittels Schrift, Bildern, Linien, Flächen und typografischem Raum auf Druckwerke und elektronische Medien angewendet wird.“ Sie sei heute ein wichtiger Bestandteil der Ausbildung zum Grafiker und Mediengestalter.

Schüler zeigten Einsatz

Die Herausforderung, aus Schrift Bilder zu kreieren, die sich auf bestimmte Textstellen im diesjährig ausgewählten Roman „Louise im blauweiß gestreiften Leibchen“ von Mathias Nolte beziehen, nahmen die Schülerinnen und Schüler gerne an. Dafür nahmen sie sich auch außerhalb des Kunstunterrichts viel Zeit und arbeiteten in den Räumen der Werbeagentur „ultraviolett“ an ihren Projekten. Dabei lernten sie, wie man Schriften klassifiziert, Schrift- und Zeichenvariationen entwickelt und Textpassagen typogra-fisch inszeniert. Umgesetzt wurden die Ideen mithilfe der Programme MS Word, Open Office und dafant.com.

Arbeiten wie im Lehrbuch

„Die Schüler konnten gemeinsam mit ihrer Lehrerin exakt so arbeiten, wie es im pädagogischen Lehrbuch steht“, erläuterte Schulleiterin Andrea Zimmermann, die das Projekt als ein „Abenteuer“ für alle Beteiligten bezeichnete, das sie sehr gerne unterstützt habe.

Auch Reinhard Faulstich, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse, zeigte sich begeistert von den Werken der „Generation Smartphone“, die viel ihrer Freizeit geopfert hat und bis in die Nacht in ständigem Mailkontakt mit ihrer Lehrerin stand. „Wir stellen immer wieder gerne Werke von heimischen Künstlern aus“, betonte er und bedankte sich bei den motivierten Schülern und Lehrern.

Ideen erläutert

Im Anschluss an die Eröffnungsreden standen die Schülerinnen und Schüler den Gästen für Erläuterungen der Ideen und Umsetzungstechniken ihrer Kunstwerke zur Verfügung. In den kommenden Wochen kann die Ausstellung in der Rotunde der Hauptge-schäftsstelle der Sparkasse in der Dudenstraße bestaunt werden.

Von Nicole Wagner

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