Indie-Pop aus Kanada: „Plumes“ faszinierten mit Außergewöhnlichem im Buchcafé

Woodstockfeeling im Saal

Die „Plumes“ gastierten am Samstagabend im Bad Hersfelder Buchcafé. Foto: Rödiger

Bad Hersfeld. Die kanadische Indie-Pop-Formation „Plumes“ bezieht ihre Einflüsse auch aus der klassischen Kammermusik. Auf ihrem Debut-Album kann man das deutlich hören, da erklingen reichlich Harfen, Klarinetten und Streicher neben Piano, Schlagzeug und Gesang. Leider lässt sich das offenbar live nicht umsetzen, denn ein Orchester-Ensemble für eine Livetour zu mieten, ist schlicht unbezahlbar für eine junge und bisher unbekannte Independent-Popgruppe.

Songs neu arrangiert

Deshalb haben die „Plumes“ ihre Songs als Trio neu arrangiert. Sängerin Veronica Charnley spielt nebenbei E-Gitarre, Multiinstrumentalist Geof Holbrook spielt das E-Piano und Schlagzeuger Todd Karrop begleitet beide auf seinem Schlagwerk.

Am Samstagabend hatten Bad Hersfelds Livemusikfans die Gelegenheit, den „Plumes“ im Bad Hersfelder Buchcafé zuzuhören. Die junge nordamerikanische Band spielte fast ausschließlich eigenes Songmaterial. In der New Yorker „hipster-classical“-Szene haben die beiden kanadischen Köpfe der Formation, Veronica Charnley und Geoff Holbrook, eine neue künstlerische Heimat gefunden. Dort haben die Beiden viele stimmungsvolle Songs mit bildhaften, lyrischen Texten geschrieben.

Feminine Gesangsstimme

Besonders die in höchsten Tönen singende junge Sängerin Veronica Charnley hat dabei einen hohen Wiedererkennungswert. Ihre zarte und sehr feminine Gesangsstimme dominiert jeden Song des Trios und harmoniert bestens mit dem Chorgesang und den Melodien ihres Keyboarders und Bühnenpartners Geof Holbrook. Auch Coverversionen finden sich im Programm der „Plumes“. Bei Joni Mitchells Hippiehymne „We Are Stardust“ kam sogar ein klein wenig „Woodstockfeeling“ im Konzertsaal des Buchcafés auf.

Leider blieben an diesem Konzertabend viele Plätze im Saal unbesetzt. Die Zuhörer machten daraus jedoch das Beste und applaudierten nach jedem Lied kräftig, um den jungen kanadischen Künstlern für ihre außergewöhnliche Livedarbietung zu danken.

Von Werner Rödiger

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