Bad Hersfelder Festspiele 2013: Heute Premiere des neuen Musicals „Show Boat“

Womit einst alles begann

Wenn Eifersucht das Blut in Wallung bringt: Szene aus „Show Boat“ mit (vorne von links) Michael Schanze (als Käpt’n Andy Hawks), Andreas Christ (Steve Baker), Petter Bjaelloe (Frank Schultz), Inez Timmer (Parthy Hawks), Arne David (als Pete, am Boden) und Ensemble.

Bad Hersfeld. Der Siegeszug des Musicals durch die Theater der Welt verlangt nach immer neuen Stoffen. Da muss auf einmal „Tarzan“ beim Schwingen von Liane zu Liane singen, geht die „Titanic“ ganz beschwingt unter, und da wird selbst einem deutschen Unikum wie Udo Lindenberg eine zweistündige Handlung aufs musikalische Gesamtwerk geschrieben.

Gelegentlich besinnt man sich aber auch auf das, was sich bereits bewährt hat. Und bei den Bad Hersfelder Festspielen setzte Intendant Holk Freytag sogar das Ur-Musical auf den Spielplan, jenes Stück also, das 1927 die ganze Gattung begründete.

Heute abend also „Show Boat“ in der Stiftsruine, das „Ol’ Man River“-Musical mit eben jenem Song, den jeder schon mal irgendwann gehört hat.

Doch wie das so ist mit diesen fast vergessenen, vermeintlich angestaubten Oldies: Es kommt drauf an, was man draus macht. Regisseurin Melissa King, die schon bei der „West Side Story“ für die Choreographie verantwortlich zeichnete, weiß, was das Festspielpublikum erwartet. Und deshalb gehört nicht viel Fantasie dazu, wenn man eine frische Inszenierung erwartet, die das ewig aktuelle Thema der Diskriminierung aufgreift und sich damit in den Kontext der weiteren Stücke auf dem Spielplan stellt.

Die Handlung: Als Käpt’n Hawks (Michael Schanze) die Hauptdarstellerin seines Theaterschiffs abhanden kommt, setzt er seine Tochter Magnolia (Milica Jovanovic) ein und dazu den Spieler Ravenal (Jan Amman), die sich prompt ineinander verlieben. Nach einer Pechsträhne verlässt Ravenal Frau und die mittlerweile geborene Tochter Kim. Magnolia schlägt sich alleine durch und macht Karriere wie später auch Kim. Am Ende kommt es zu einem Wiedersehen und spätem Glück mit dem immer noch geliebten Ravenal. rechts

Von Karl Schönholtz

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