"Zitterte am ganzen Leib": Augenzeugen berichten vom Kettensägen-Angriff

Im O’Sullivan’S verbreitete ein Mann mit einer Kettensäge in Angst und Schrecken. Foto: Maaz

Bad Hersfeld. Sie wollten doch nur einen schönen Abend verbringen – doch was Julia Warm und zwei ihrer Arbeitskolleginnen in der Nacht zum Sonntag erlebten, werden sie so schnell wohl nicht vergessen.

Ein 46-jähriger Mann stürmte nachts gegen halb eins mit einer laufenden Kettensäge in den Bad Hersfelder Pub O’Sullivan’S. „Meine Kollegin zitterte am ganzen Leib. Dem war wirklich egal, ob er jemanden mit dem Ding trifft“, erzählt die 28-jährige Hersfelderin.

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Ein gemütlicher Abend unter Freunden sollte es werden, das hatten sich die drei vorgenommen. Zu ihrer legendären Kneipennacht lockte die Stadt mit toller Livemusik in zehn Lokale. Auch Julia Warm und ihre Kolleginnen zogen durch die Straßen, bevor sie in dem Pub landeten, vor dem sie gegen halb eins plötzlich komische Geräusche hörten. „Erst dachten wir, wer renoviert denn noch um diese Uhrzeit? Und dann kam auf einmal dieser Typ wie von der Tarantel gestochen aus dem Treppenhaus gerannt und hat mit einer laufenden Kettensäge wild umher gefuchtelt“, berichtet Warm aufgeregt. Es war reiner Zufall, dass niemand verletzt wurde.

Die junge Frau stand gerade mit ihren Kolleginnen auf der Treppe vor dem Pub, um zu rauchen, als sie den 46-Jährigen erblickten, der im Haus direkt über dem Pub wohnt. Ein zweiter Mann lief ihm hinterher – laut Polizei wohl der Besitzer der Kettensäge. Als der Täter die Kneipe betrat, drohte er, den Gästen im Lokal die Köpfe abzutrennen.

„Wir wussten gar nicht was wir machen sollten und als wir die Polizei riefen, dachten die wohl, es sei ein Aprilscherz“, erklärt Julia Warm. Doch als die Streife eintraf, mussten auch die Politzisten feststellen, dass es den Anrufern mit ihren Schilderungen ernst war.

„Jetzt reichts“, habe der 46-Jährige noch gerufen, als er die Gaststätte stürmte. Wegen der Störung seiner Nachtruhe habe es wohl schon länger Streit mit dem Nachbarn gegeben. Das Ordnungsamt sei auch schon eingeschaltet gewesen. Dass der Mieter jedoch einmal so ausrasten würde, damit hatte wohl niemand gerechnet. Mit Pfefferspray und unter Androhung des Schusswaffengebrauchs gelang es der Polizei schließlich, den Mann zu überwältigen.

Er wird sich wohl nicht nur vor Gericht verantworten müssen, sondern muss sich auch einer psychiatrischen Behandlung im Hersfelder Klinikum unterziehen. (rg)

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