Arbeitskreis plant Akademie für hausärztliche Weiterbildung

Sie wollen junge Ärzte in den Landkreis locken

Hersfeld-Rotenburg. Hausärzte sind in Waldhessen bald Mangelware. Jetzt jedoch haben sich mehrere niedergelassene Ärzte, die Verwaltung des Landkreises und die Geschäftsführer der Kliniken auf Initiative des Landrats zusammengeschlossen, um etwas dagegen zu unternehmen. Sie sind sich einig, dass eine Akademie für hausärztliche Weiterbildung das richtige Werkzeug ist, mit dem junge Ärztefamilien nach Hersfeld-Rotenburg gelockt werden könnten.

Martin Ebel, Sprecher der niedergelassenen Ärzte des Kreises, stellte die Idee während einer Podiumsdiskussion beim Unfallchirurgisch-Orthopädischen Kolloquium im Klinikum Bad Hersfeld vor: „Die Akademie wird kein Gebäude sein. Es ist ein Konstrukt, mit dem wir jungen Kollegen zur Seite stehen und ihre Ausbildung managen wollen.“

Weiterbildung samt Mentor

Geplant ist ein System, mit dem der Arzt alle nötigen Weiterbildungsstationen im Landkreis Hersfeld-Rotenburg absolvieren kann. Dabei soll ihm ein Mentor zur Seite stehen, der bei Wohnungssuche bis hin zur Strukturierung der Ausbildung hilft. Um diese Idee der Akademie auch publik zu machen und jene jungen Ärzte zu erreichen, planen drei niedergelassene Ärzte, bei den Universitäten Göttingen, Marburg und Gießen als Dozenten einen Fuß in die Tür zu bekommen. „Dort werden wir die Werbetrommel für unser Projekt rühren“, sagte Ebel.

Professorin Dr. Almut Tempka von der Charité Berlin hielt während der Diskussionsrunde dagegen: „Es gibt solche Stellen jetzt schon. Sie werden aber nicht besetzt, weil viele bereits zum Studium ins Ausland gehen, weil sie nur dort einen Platz bekommen.“ Ihre Alternative: Ein Stipendium für junge Leute, die es sich nicht leisten können, im Ausland zu studieren. Im Gegenzug sollten die danach in Waldhessen arbeiten. „Großartige Idee. Das kann man verbinden“, sagte Ebel, während Karl-Ernst Schmidt nickte. Lokalseite 6

Von Judith Strecker

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