Beratungsstelle des Kirchenkreises registriert Wandel der Klientel

Wohnungsnotfälle im Kreis nehmen zu

Bad Hersfeld. 59 „Durchreisende“ und 107 von Wohnungsnot betroffene Männer und Frauen aus Bad Hersfeld und Umgebung haben sich 2013 an die Fachberatungsstelle für Wohnungslose des Evangelischen Kirchenkreises Hersfeld gewandt. „Wir sind das ganze Jahr über ausgelastet“, sagt Uwe Büchling, einer von zwei festangestellten Mitarbeitern der Beratungsstelle an der Löhrgasse.

Seit 1991 gibt es die Beratungsstelle, die im ersten Jahr noch neben der Bahnhofsmission angesiedelt war. Verändert habe sich seitdem vor allem die Klientel. Während es früher vor allem „Durchreisende“ waren, die das Angebot nutzten, seien es heute vorwiegend Menschen aus dem Kreisgebiet, die aus unterschiedlichen Gründen zu „Wohnungsnotfällen“ würden, darunter auch viele Jüngere. Ein zunehmendes Problem ist laut Büchling auch, dass es kaum mehr bezahlbaren Wohnraum für Alleinstehende und Hartz-IV-Empfänger gebe. „Das hat sicher auch mit den vielen Amazon-Arbeitern zu tun“, so Büchling.

In den Räumlichkeiten an der Löhrgasse können Wohnungs- und Obdachlose zum Beispiel kochen, waschen und telefonieren, aber auch Hilfe bei der Wohnungssuche oder dem Kontakt mit Ämtern und Behörden erwarten. Außerdem werden in Zusammenarbeit mit dem Ordnungsamt Übernachtungsplätze vermittelt. 16 Schlafplätze stehen in der Obdachlosenunterkunft Wassermannseck zur Verfügung, zusätzlich gibt es eine Frauenwohnung, die jedoch nur selten gebraucht würde.

Das Personal der Beratungsstelle wird vom Landeswohlfahrtsverband finanziert, für den Tagesaufenthalt kommt der Kirchenkreis auf. Ansonsten ist man auf Spenden angewiesen. „Die Obdachlosenhilfe wird in der Öffentlichkeit leider nicht so wahrgenommen wie andere Einrichtungen und steht oft hintenan“, bedauert der stellvertretende Dekan Volker Drewes. Seite 2, Zum Tage, Hintergrund,

Kommentare