Neuer Vorschlag für das Bad Hersfelder Kirchtor-Ensemble – Stadt plant Grunderwerb

Wohnungen statt Hotel

Eine Lösung für den Problemfall Kirchtor schlagen der Stadtverordnete Roland Luley, Bürgermeisterkandidat Gunter Müller und Architekt Norbert Klos (von links) vor. Ansichten und Grundrisszeichnungen zeigen für die sanierungsbedürftige Häuserzeile zwischen Markt und Kirchplatz Wohnungen und Ladenflächen. Foto: Schönholtz

Bad Hersfeld. Für das höchst sanierungsbedürftige und zum Teil denkmalgeschützte Häuser-Ensemble am Kirchtor in Bad Hersfeld zeichnet sich eine neue Lösung ab: Anstatt des ursprünglichen Vorschlags, direkt am Marktplatz ein Hotel garni zu etablieren, denkt man bei der Stadt Bad Hersfeld mittlerweile darüber nach, hier (betreute) Wohnungen und Landenflächen zu schaffen.

Das auf Baukosten von 4,7 Millionen Euro geschätzte Projekt wird bereits relativ konkret vorbereitet: Nach Auskunft von Roland Luley, Vorsitzender das Ausschusses für Stadtplanung und Umwelt, sollen 120 000 Euro für den Grunderwerb des Hauses Markt 34 (Kirchtor) noch in den Haushalt 2011 eingestellt werden. Darüber habe er sich mit dem amtierenden Bürgermeister Lothar Seitz verständigt. Alle Eigentümer sind grundsätzlich verkaufsbereit.

Als Investor für das Bauvorhaben ist unter anderem die Stiftung Hospital im Gespräch. Daneben haben zwei Privatleute Interesse an den Vorhaben gezeigt.

Der neue Vorschlag für das Kirchtor-Ensemble fußt auf einer Initiative des SPD-Bürgermeisterkandidaten Gunter Müller (SPD). Nachdem sich das zunächst von Ex-Bürgermeister Hartmut H. Boehmer angedachte Hotelprojekt laut eines Gutachtens als wirtschaftlich unrentabel erwiesen hatte, suchte Müller für seine Wohnungs-Idee das Gespräch mit potenziellen Investoren.

In vorzeigbare Pläne arbeitete diesen Vorschlag der Bad Hersfelder Architekt Norbert J. Klos ein. Demnach wird das Doppelhaus Markt 35 und 36 (neben dem griechischen Restaurant) abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Das denkmalgeschützte Haus Markt 34 (Kirchtor) wird saniert. Bei Bedarf kann auch das Haus Markt 33 in das neue Ensemble mit einbezogen werden.

Geplant hat Architekt Klos in den Obergeschossen 17 Wohnungen mit Flächen zwischen 54 und 80 Quadratmetern, zum Teil mit Loggia, alles barrierefrei erreichbar. Im Erdgeschoss stünden Ladenflächen von insgesamt 300 Quadratmetern zur Verfügung.

Egal, wer hier am Ende tätig, wird, die Zeit drängt. Roland Luley sieht ein denkmalgeschütztes Objekt in Gefahr und sagt: „Das Torhaus ist für das Stadtbild unverzichtbar.“ Zudem liege das Ensemble im Sanierungsgebiet und könne möglicherweise noch gefördert werden, sagte Luley.

Von Karl Schönholtz

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