WEISSER RING kümmert sich um die Opfer

In der Wohnung mit Pistole bedroht

Hersfeld-Rotenburg. 70 Opfer von Straftaten haben die Mitarbeiter der Außenstelle Hersfeld-Rotenburg des WEISSEN RINGS im vergangenen Jahr betreut. Darunter ist auch die Frau, die bei einem Raubüberfall in der eigenen Wohnung mit der Pistole bedroht, gefesselt und beraubt wurde. Sie wurde verletzt und erlitt einen Schock. Wie sie leiden die Opfer noch lange nach der Tat an den Folgen. Sie können nicht schlafen, hören nur ein Geräusch, und schon ist die schreckliche Situation wieder ganz nah.

Wer meint, dass Waldhessen eine heile Welt ist, den belehren die Opfer von Straftaten eines Besseren. Da wird eine Verwaltungsangestellte gemobbt und im Internet mit allen persönlichen Daten angeklagt. Ein achtjähriges Mädchen wird von einem Nachbarn sexuell missbraucht und die Mutter erlebt, dass auch andere Kinder betroffen sind, deren Eltern aber keine Anzeige erstatten wollen. Oder der junge Mann, der krankenhausreif geschlagen wird, als er eine Bekannte zur Übergabe eines per Internet gekauften Autos begleitet.

Besonders wichtig ist für die Betroffenen eine schnelle Therapie zur Bewältigung des erlittenen Traumas. Aber es gibt zu wenige Therapeuten, und viele haben keine Kassenzulassung. „Es müssten mehr Therapeuten zugelassen werden“, sagt Volker Damm, Außenstellenleiter des WEISSEN RINGS in unserem Kreis. Die Opfer müssten so schnell wie möglich lernen, mit dem traumatischen Erlebnis umzugehen.

Auch der WEISSE RING ist für die Opfer eine große Unterstützung. Die Frau, die über das an ihr verübte Verbrechen im nebenstehenden Interview berichtet, erklärte, dass der Mitarbeiter des WEISSEN RINGS ihren ganzen Frust abbekommen habe, weil sie eigentlich nichts mehr erzählen wollte. „Aber durch seine ruhige Art hat er mich wieder runtergefahren“, so sagt sie. Sie hatte eine Mail an das Landesbüro des WEISSEN RINGS in Frankfurt geschrieben und war überrascht gewesen, wie schnell sich jemand ganz aus ihrer Nähe gemeldet hat.

Am morgigen Tag der Kriminalitätsopfer beteiligt sich auch das Polizeipräsidium Osthessen. Am Lullusbrunnen vor dem Bad Hersfelder Rathaus gibt es von 11 bis 15 Uhr Informationen an einem Stand. Auch der Präventionsbus der Polzei ist vor Ort.

Von Gudrun Schankweiler-Ziermann

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