Steigende Asylbewerberzahlen stellen Kreis vor Herausforderung

Wohnraum für Flüchtlinge wird knapp

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Hersfeld-Rotenburg. 106 Flüchtlinge und Asylbewerber muss der Landkreis Hersfeld-Rotenburg voraussichtlich bis Juni dieses Jahres aufnehmen, für das zweite Halbjahr 2014 werden noch mehr erwartet. Mit bis zu 250 rechnet der Leiter des Fachdienstes Migration, Frank Hildebrand. „Man kann durchaus von einem dramatischen Anstieg sprechen“, sagt Sozialdezernentin Elke Künholz. Zum Vergleich: Im ersten Halbjahr 2013 waren es 37, im zweiten Halbjahr 103.

Für den Kreis sind die steigenden Zuweisungen – darunter auch besonders schutzbedürftige Syrer – eine Herausforderung, denn der Wohnraum für Flüchtlinge und Asylbewerber wird knapp. Ende vergangenen Jahres war bereits über Zwangszuweisungen an die Kommunen nachgedacht worden. Neben den Gemeinschaftsunterkünften in Bad Hersfeld und Kirchheim gibt es im Landkreis derzeit 20 Wohnungen, weitere Wohnungen und auch Gemeinschaftsunterkünfte werden gesucht. Um Vorbehalten entgegenzuwirken, sollen Parteien sowie Vereine und Organisationen früh informiert und eingebunden werden.

Dass die Wohnungen an den Öffentlichen Personennahverkehr angebunden sein müssen und dort die Betreuung durch den Kreis gesichert sein muss, macht das Ganze nicht einfacher. „Leider können wir nicht so reagieren, wie wir wollen“, sagt Künholz. Ein Vorteil sei indes, dass der Kreis auf bestehende Strukturen zurückgreifen könne. 4,5 Vollzeitstellen gibt es beim Landkreis für die Asylbetreuung, 2,5 für die Sachbearbeitung. „Wir bräuchten eigentlich personelle Verstärkung“, so Künholz.

Sorge bereiten zudem die steigenden Kosten für die Betreuung von Flüchtlingen und Asylsuchenden. Vom Land erhält der Kreis lediglich eine Pauschale, die tatsächlichen Kosten seien jedoch weitaus höher. Um die Kosten einzudämmen, sollen Asylsuchende etwa möglichst frühzeitig in Arbeit vermittelt werden.

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