Rainer Nemnich über Gefahren für Radfahrer

Wohlfühl-Lösungen für die Verkehrssicherheit

Obwohl sich die meisten Radfahrer an die Verkehrsregeln halten, verhalten sich immer noch zu viele falsch. Kein Wunder, dass es da zu Unfällen kommt. Ohne Frage – es gibt Radfahrer, die bei Rot über die Ampel fahren, im Dunkeln ohne Licht radeln, mit zu viel Alkohol im Blut auf dem Sattel sitzen oder die als Geisterfahrer auf der falschen Fahrbahnseite unterwegs sind.

Zu diesen Fehlern kommen dann noch die Regelverstöße der Autofahrer: Viele fahren zu schnell oder blinken nicht. Ein Drittel der Autofahrer biegt ab, ohne den Schulterblick gemacht zu haben, obwohl gerade der für Radfahrer überlebenswichtig ist. Daher sollte sich jeder Verkehrsteilnehmer bewusst machen, dass wir hier nicht von Bagatellen reden, sondern von menschlichen Schicksalen.

Bei Rot stehen, die richtige Fahrbahnseite nutzen und im Straßenverkehr nüchtern sein – das ist genauso selbstverständlich wie angepasste Geschwindigkeiten, der Blickkontakt und der Schulterblick. Unsere Kollegen in den Jugendverkehrsschulen des Landkreises Hersfeld-Rotenburg weisen darauf ständig hin. Die Aufklärung ist ein wichtiger Aspekt, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Die Polizei des Landkreises Hersfeld-Rotenburg ist deswegen fast täglich in Jugendverkehrsschulen unterwegs, um Radfahranfänger zu informieren.

Doch neben allen Verkehrsregeln müssen Radfahrer auch eigene Entscheidungen treffen, wie sie unsicheren Verhältnissen im Straßenverkehr begegnen. Sind Radwege zu eng oder falsch geführt, weichen manche Radfahrer lieber auf die Straße aus, während sich andere Radfahrer beispielsweise an unübersichtlichen Kreuzungen wohler fühlen, wenn sie absteigen und schieben. Der eigenen „Wohlfühllösung“ nachzugehen, erhöht das Sicherheitsgefühl.

Ich kenne einen Radfahrer aus unserem Landkreis, der nichts falsch gemacht und sich an alle Regeln gehalten hatte. Trotzdem wurde der der Mann in einen Unfall verwickelt. Er hatte aber noch Glück im Unglück: Trotz mehrerer Prellungen und Schürfwunden ist ihm ernsthaft nichts passiert.

Seine Angst, mit dem Rad unterwegs zu sein, ist heute verblasst, aber eines hat sich der Radfahrer fest vorgenommen: Innerlich noch defensiver und zurückhaltender zu fahren. Wir von der Kreisverkehrswacht Hersfeld-Rotenburg wünschen uns, dass Sie stets gesund und unversehrt nach Hause kommen.

Unser Autor, Rainer Nemnich, ist Geschäftsführer der Kreisverkehrswacht Hersfeld-Rotenburg.

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