Schutz vor sexuellen Übergriffen – Vereine im Kreis überrascht

Zum Wohl der Kinder: Kodex für Sportvereine

Hersfeld-Rotenburg. Gewalt, sexuelle Übergriffe und diskriminierendes Verhalten sind Themen, die auch vor Sportvereinen nicht Halt machen.

Um Kinder und Jugendliche zukünftig noch besser davor zu schützen, sollen Hessens Sportvereine ihre ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiter einen „Verhaltenskodex zum Kindeswohl“ unterschreiben lassen. Das fordert der Präsident des Landessportbundes Hessen, Dr. Rolf Müller.

Die knapp 8 000 hessischen Sportvereine, darunter 299 in unserem Landkreis, erhalten in diesen Tagen Post vom Landessportbund mit dem Appell, den Verhaltenskodex unterschreiben zu lassen. Die Unterschrift könne zwar keine Garantie geben, um mögliche Übergriffe zu verhindern, teilt Dr. Rolf Müller in einer Presseerklärung mit. Man setze jedoch auf einen Abschreckungseffekt bei potenziellen Tätern und eine stärkere Sensibilisierung der Vereine.

„Es ist sinnvoll, dass das jetzt gemacht wird“, sagt der Vorsitzende des Sportkreises Hersfeld-Rotenburg Paul Mähler. „Das ist ein erster Schritt, um Vereine weiter für das Thema zu sensibilisieren.“ Verantwortliche sollten angehalten werden, noch stärker auf die Betreuung der knapp 14 000 minderjährigen Sportvereinsmitglieder im Kreis zu achten.

Vor allem im Nachwuchsbereich werde das in der Regel aber sowieso gemacht, heißt es seitens der Vereine. Deshalb sorgt der geplante Verhaltenskodex eher für Verwunderung. „Ich habe davon noch nichts gehört“, berichtet Harald Grau, Abteilungsleiter der Handballer bei der TG Rotenburg. „Warum wir da jetzt zusätzlich etwas unterschreiben sollen, versteh’ ich nicht ganz, denn bei uns ist das sowieso ein großes Thema.“

Werner Schneider, Sportwart des TV Hersfeld, sieht das ähnlich. „Gerade bei den Kindern wird bei uns besonders aufgepasst“, sagt er. „Für mich ist sowas einfach eine Selbstverständlichkeit – und so wie ich meine Übungsleiter kenne, ist das für die auch selbstverständlich.“ ZUM TAGE, HINTERGRUND, KREISSEITE

Von Kristina Marth

Kommentare