Wohin der Wind uns weht ...

Kai A. Struthoff

Die Völker der Welt schauen in diesen Tagen mal wieder auf Berlin, denn reiselustige Menschen aller Herren Länder treffen sich derzeit bei der Internationalen Tourismusbörse an der Spree. Zwischen San Francisco, Feuerland und Fidschi darf natürlich auch unsere Festspielstadt nicht fehlen. Intendant Dieter Wedel war, wie man hört, der gefragte Star beim Hessen-Abend und rührte dabei mächtig die Werbetrommel für Bad Hersfeld. Und da gibt es offenbar viel nachzuholen, denn im offiziellen Imagefilm und auf der großen LED-Werbewand in der Halle wurden zwar viele Schönheiten des Hessenlandes gepriesen – die Festspiele fehlten dort aber völlig. Viel zu tun also für Wedel und sein Team.

Am kommenden Dienstag blicken dann wieder alle nach Bad Hersfeld, denn Dieter Wedel gibt endlich die langerwarteten Namen des Schauspielensembles bekannt. Wedels rührige Pressesprecherin Moni Liegmann verspricht einen „bunten Strauß großer Namen“ – leuchtende TV-Sterne, aber auch Charakterdarsteller von großen Theaterbühnen. Erstmals wurden sogar Parktickets für die Journalisten zur Pressekonferenz im Hotel am Kurpark verteilt. Ein Hauch von Hollywood in Hersfeld ...

Bei all diesem Festspielglanz steht die Oper derzeit etwas im Schatten. Mehr noch: Es scheinen dunkle Wolken über dem Arbeitskreis für Musik (AfM) aufzuziehen. Neben der Ungewissheit über die künftige Vertragsausgestaltung zur Ruinen-Nutzung sind offenbar nun auch innerhalb des verschworenen AfM Differenzen über den künftigen Kurs entbrannt. Die kompromisslose Haltung von Professor Siegfried Heinrich stößt wohl selbst bei einigen seiner engsten Vertrauten auf Ablehnung. So hören wir, dass hochkarätige Mitglieder des Kuratoriums der Oper inzwischen ihren Rücktritt aus dem Gremium erklärt haben sollen.

Auch kleine Banken haben es schwer in unserer globalisierten weiten Welt. Das merkt derzeit auch die Raiffeisenbank Haunetal, die deshalb nach einem starken Verbündeten sucht. Dabei böten sich Partnerschaften mit den VR-Banken in Bad Hersfeld, aber auch in Hünfeld an. Und natürlich machen auch schon wieder entsprechende Gerüchte die Runde. Das letzte Wort über mögliche Fusionen haben bei Genossenschaftsbanken aber immer die Anteilseigner, die in den nächsten Wochen über etwaige Partner informiert werden sollen. Mal sehen, wohin dann die Reise geht.

Der Landratswahlkampf war bislang eher langweilig. In den wesentlichen Fragen waren sich die Kandidaten – verständlicherweise – ziemlich einig. Eine Woche vor der Wahl bläst nun aber die CDU zur Attacke auf SPD-Bewerberin Elke Künholz. Ausgerechnet die Schule in der Kinder- und Jugendpsychiatrischen Ambulanz im ehemaligen St.-Elisabeth-Krankenhaus soll nun zum Stolperstein für die Erste Kreisbeigeordnete werden. Die CDU wirft ihr schweres Fehlverhalten bei den Verhandlungen vor und bezeichnet ihr Agieren als „schäbig und frech“ (siehe oben). Starker Tobak, für den die CDU Beweise vorlegen muss. Die letzte Wahlkampfwoche dürfte spannend werden.

Auf Reisen geht möglicherweise schon bald das „Signet des Windes“. Sie erinnern sich: Das ist jenes von Alt-Bürgermeister Hartmut H. Boehmer in Auftrag gegebene Kunstwerk von K-L Schmaltz, das ursprünglich den Amazon-Kreisel schmücken sollte, für den aber viel zu groß ist. Nun hören wir, dass die Skulptur, die derzeit im Bauhof eingemottet ist, vielleicht schon bald den nördlichen Schilde-Park, etwa in Höhe der katholischen Kirche installiert werden könnte. Weithin sichtbar soll das Kunstwerk dann von dort verkünden, wohin der Wind uns weht.

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