Aufsichtsrat fürchtet um Amazon-Standort

Wirtschaftsförderer besorgt über Streiks

hersfeld-rotenburg. Besorgt über die Streiks beim Internet-Händler Amazon in Bad Hersfeld hat sich der Aufsichtsrat der Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) geäußert.

„Amazon ist ein großer Arbeitgeber, der zahlreichen Menschen in der Region Beschäftigung und Einkommen ermöglicht, selbst wenn sie über keine oder nur eine geringe Ausbildung verfügen. Tarifvertragliche Auseinandersetzungen in der Hauptgeschäftszeit können durchaus geschäftsschädigend und damit bedrohlich für den Standort wirken“, heißt es in einer Erklärung der WFG.

Bei aller gebotenen Sachlichkeit – in der tarifvertraglichen Auseinandersetzung dürfe nicht verkannt werden, dass viele Menschen bei Amazon dauerhaft oder saisonal beschäftigt und somit nicht auf staatliche Leistungen angewiesen sind.

Die Gewerkschaft Verdi riskiere mit den Streiks eine Verlagerung der Arbeitsplätze in andere Regionen, „wo Verdi dann überhaupt keinen Einfluss mehr hat“, betonte der Aufsichtsrat der Wirtschaftsförderungsgesellschaft. Das sei nicht im Interesse der heimischen Region, des heimischen Arbeitsmarktes und schon gar nicht im Interesse der bei Amazon beschäftigten Menschen.

Keine Hau-Ruck-Aktion

Die WFG appellierte an die Gewerkschaftsführung, die Streiks zu beenden und vernünftig und sachbezogen mit Amazon zu verhandeln und ihre Forderungen vorzutragen. „Viele kleine Verbesserungen ergeben auch eine große, ohne dass man mit einer Hau-Ruck-Aktion Gefahr läuft, den Standort nachhaltig zu schädigen“, hieß es von Seiten der WFG abschließend. (red/ks)

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