Reale Verkaufsgespräche über fiktive Ware auf der 15. Ostermesse am Obersberg

Wie im wirklichen Leben

Wie im wirklichen Leben: Die angehende Kauffrau Natalie Lind der OBL GmbH Bad Hersfeld verhandelt mit dem Kunden Johannes Bettenhausen über neue Gartenmöbel. Foto: Horst

Bad Hersfeld. Einkaufen und verkaufen wie im richtigen Leben: Das erlebten Schüler auf der 15. Ostermesse, veranstaltet von der Obersberger Landhausbau GmbH (OBL GmbH) in der Aula der Modellschule Obersberg in Bad Hersfeld. Die OBL GmbH ist eine von deutschlandweit 550 Übungsfirmen, die der Dachorganisation Deutscher ÜbungsFirmenRing angehören.

Eine Übungsfirma ist eine fiktive Firma, welche die Ausbildung und Weiterbildung in kaufmännischen Berufen unterstützen soll. Im Mittelpunkt steht hier die praktische Erfahrung statt grauer Theorie. Jede einzelne Übungsfirma ist das perfekte Abbild eines Unternehmens und seiner kaufmännischen Abteilungen. So umfasst jede Firma alle Bereiche – von der Personalabteilung bis hin zum Marketing. Der Deutsche ÜbungsFirmenRing ist ein Zusammenschluss aus mehr als 550 Übungsfirmen, die in einem gemeinsamen Netzwerk somit das tatsächliche Wirtschaftsgeschehen realitätsnah simulieren.

Dabei sind alle Branchen, beispielsweise Speditionen, Modehäuser, Baumärkte sowie Computerhersteller, Chemieunternehmen oder Autohändler vertreten. Die Zentralstelle des ÜbungsFirmenRings ist in Essen, wo sich auch die Bank, das Finanz- und Zollamt sowie die Krankenkassen der fiktiven Übungsfirmen-Welt befinden. Die Geschäfte werden – ganz im Sinne des E-Business – über moderne Software abgewickelt. Auch im internationalen Handel können die Auszubildenden Erfahrung sammeln. Der Deutsche ÜbungsFirmenRing ist Mitglied des Vereins Europen, dem etwa 6000 Übungsfirmen weltweit angehören.

Zehn Firmen dabei

Auf der Übungsfirmenmesse hatten die Schüler nun ide Möglichkeit, ihr Können zu beweisen. Insgesamt zehn Übungsfirmen hatten ihre Stände aufgebaut um ihre fiktive Ware wie im realen Leben zu verkaufen. Vertreten waren Firmen aus Bebra, Hessisch-Lichtenau und Witzenhausen sowie der Veranstalter, die Übungsfirma des Obersbergs. Die Schüler konnten auf der Messe sowohl in die Rolle des Verkäufers, als auch in die des Kunden schlüpfen. Jeder Schüler erhielt eine Messekarte mit 2000 Euro Guthaben und konnte dann von Autos über Holzspielwaren bis hin zu Gartenmöbeln beherzt einkaufen.

Das Ziel der Übungsfirma ist es, den Auszubildenden die Praxis näherzubringen. Die angehende Kauffrau Natalie Lind hält die Übungsfirma für sehr sinnvoll: „In kleinen Betrieben sind nicht alle Bereiche vorhanden. In meiner Ausbildungsfirma haben wir beispielsweise keinen Ein- und Verkauf. In der Übungsfirma lerne ich den gesamten Ablauf einer Firma kennen.“

Einmal pro Woche wird der kaufmännische Alltag in der Übungsfirma simuliert, drei Tage verbringen die angehenden Kaufleute in einem realen Betrieb. An der jährlichen Messe nehmen Auszubildende des zweiten Lehrjahres teil. Für sie ist die Arbeit nach der Messe noch lang nicht vorbei. Die neuen Aufträge müssen abschließend bearbeitet werden, denn die Ware wird erwartet.

Von Laura Horst

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