Ordnung im Paketchaos: So wird Weihnachtspost in Hersfeld bearbeitet  

Wie bestellt und nicht abgeholt: Unzählige Pakete kommen in der Vorweihnachtszeit in der Hauptpost in Bad Hersfeld in der Hainstraße an, um von 38 Zustellern sortiert und an die richtige Adresse gebracht zu werden. Fotos: Lischper

Bad Hersfeld. Hochbetrieb zur Vorweihnachtszeit in der Hersfelder Hauptpost: Gitterwagen, voll beladen mit Paketen, füllen die Halle, Mitarbeiter hasten mit gelben Postkisten von einer in die andere Ecke und rufen Straßennamen in den Raum.

Es ist der Beginn des letzten Teils der Reise von Briefen und Paketen – von hier aus geht es direkt zum Kunden.

„Ohne Schnee ist alles machbar“, sagt Stammzusteller Horst Kupitz. Seit 42 Jahren bringt er Briefe und Pakete zu den Kunden – er hat schon viele Weihnachtsgeschäfte miterlebt.

Es ist 8.30 Uhr. Gerade hat wieder ein Lastwagen aus dem Frachtzentrum Staufenberg mit seiner Lieferung Bad Hersfeld erreicht. Pro Tag kommen ab 5.30 Uhr zu festen Zeiten vier Lkws mit Paketen aus Staufenberg und zwei mit Briefen aus Fulda an. Vorausgesetzt, das Wetter spielt mit. „Wenn die Autobahn zu ist, dann kann man nichts machen“, sagt Christof Wolf, stellvertretender Leiter des Standortes in der Hainstraße.

Während Briefe zum Sortieren in das erste Obergeschoss gebracht werden, bleiben Pakete gleich im Erdgeschoss, wo sie an der Rampe ausgeladen werden. Kupitz ist einer von fast 40 Mitarbeitern, die beim Ausladen des Lkws helfen.

Sortieren gehört zum Alltag

Die Pakete von klein bis körpergroß sind vorsortiert nach den Leitgebieten Niederaula/Neuenstein, Hauneck/Ludwigsau und Bad Hersfeld und werden in der Halle wiederum nach den 38 Bezirken sortiert. Horst Kupitz ist wie die meisten Mitarbeiter Verbundzusteller. Das heißt, er ist zuständig für Pakete und Briefe. Außerdem gibt es vier reine Paketzusteller, drei Zusteller kümmern sich zu Fuß um die Auslieferung von Briefen im Stadtgebiet Bad Hersfeld.

Nachdem die Paketlieferung sortiert und auf Sprinter und Autos verteilt wurde, vervollständigen die Zusteller im Obergeschoss die Post für ihren Bezirk.

Wie bestellt und nicht abgeholt: Unzählige Pakete kommen in der Vorweihnachtszeit in der Hauptpost in Bad Hersfeld in der Hainstraße an, um von 38 Zustellern sortiert und an die richtige Adresse gebracht zu werden. Fotos: Lischper

Horst Kupitz sortiert Großbriefe in ein Regal, das mit Straßennamen und Hausnummern beschriftet ist – hier ist bereits der Weg erkennbar, den er durch seinen Bezirk, den Hersfelder Stadtkern, zurücklegen wird. Die „Kurzen“, das sind Briefe normaler Größe, wurden im Briefzentrum Fulda bereits nach Bezirken sortiert. Von einem großen Wagen sucht sich der Zusteller die Postkisten für seinen Bezirk heraus.

Ist alles sortiert, belädt er sein Postauto und fährt rund 650 Haushalte ab. Zusätzlich mindestens 18 Kilometer legt Horst Kupitz am Tag zu Fuß zurück. Etwa 800 bis 1200 Briefe und 70 bis 100 Pakete werden täglich von einem Zusteller wie Horst Kupitz sortiert und ausgetragen.

In der Vorweihnachtszeit sind es an manchen Tagen doppelt so viele Sendungen. Das entschädigt vor allem der glückliche Kunde an der Haustür, sagt Kupitz.

Von Anna Lischper

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