White Horse Theater gastierte mit zwei Stücken auf englisch an der GSO

So wird Sprache lebendig

Detektiv Billie und Hund Snuffles verstecken sich vor dem „faceless ghost“, dem gesichtslosen Geist. Foto: nh

Bad Hersfeld. Das junge Schauspielerteam des White Horse Theaters gastierte auf Einladung von Englisch-Fachleiterin Ulrike Hofmann wie jedes Jahr mit zwei englischsprachigen Vorstellungen an der Gesamtschule Obersberg.

Die fünften und sechsten Klassen erlebten die Aufführung von „BDS and the faceless ghost“, ein Stück von Peter Griffith, in dem die jungen Detektive Billie und Deidre mit ihrem Hund Snuffles mit Beihilfe des Publikums einen schwierigen Fall zu lösen hatten.

Familienbeziehungen

Die 8. und 9. Klassen kamen in den Genuss eines sprachlich anspruchsvolleren Stücks. „The Breadknife“ behandelt das Thema Familienbeziehungen und Scheidung. Aus der Perspektive der Tochter Gillian wird dargestellt, wie es zur Trennung ihrer Eltern kam. Nachdem der Vater die Familie verlassen hat, um mit einer jüngeren Frau zusammen zu wohnen, durchlebt Gillian ein Gefühlschaos aus Schock, Wut, Unverständnis und immer wieder Hoffnung. Mit der Zeit lernt sie dann mit der neuen Situation umzugehen und kann auch positive Veränderungen im Verhältnis zu ihren Eltern entdecken. Als ein geschickter dramaturgischer Schachzug erwies sich hierbei die Rolle des neutralen Erzählers, der die Geschehnisse zusammenfasste, kommentierte und somit auf eine sachliche Ebene stellte. Auch der Humor kam nicht zu kurz, als der Erzähler, wie angekündigt, die „kleineren Rollen“ des Stücks übernahm. Dabei erwies er sich als wahrer Verwandlungskünstler: Neben der Darstellung des launigen Verkäufers, Sozialarbeiters oder Arbeitskollegen übernahm er zur Erheiterung des Publikums auch die Rollen verschiedener Tiere im Zoo – besonders beeindruckend der Leguan. Auch an Requisiten konnte eingespart werden, da er in der Museumsszene die in den Gemälden dargestellten Personen selbst ausführte.

Die ausdrucksstarke Mimik und Gestik der Schauspieler, ihre Kreativität in der Ausgestaltung der Stücke und natürlich der unverkennbare englische Humor wurden besonders von den Englischlehrerinnen geschätzt. Die Schülerinnen und Schüler fanden diese Art von Englischunterricht „einfach cool“. Das Erfolgserlebnis, ein ganzes Theaterstück in englischer Sprache verstanden zu haben, motiviert und zeigt, dass das Fach Englisch ein lebendiges Mittel der Kommunikation ist. (red/zac)

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