Es wird nicht leichter

das neue Jahr ist jetzt schon wieder vier Tage alt, und bereits in dieser Woche wird das Meiste wieder in bewährter Routine weiterlaufen. Oder auch nicht. Denn mit ihrem Beschluss für die Neugestaltung des Schilde-Areals haben die Bad Hersfelder Stadtverordneten im vergangenen Jahr eine Entscheidung getroffen, deren gewaltiges Ausmaß erst in den nächsten Wochen, Monaten und Jahren so richtig sicht- und begreifbar werden wird. Die vertraute Industriebauten-Landschaft wird weitestgehend verschwinden und Neuem Platz machen, die denkmalgeschützten Backsteinhallen werden exponiert und zum Teil einer neuen Nutzung zugeführt. Das Schöne daran: Beim künftigen Schilde-Stadtpark handelt es sich nicht mehr nur um tolle Ideen und bunte Pläne, sondern um ein Projekt, das von nun an Schritt für Schritt tatsächlich umgesetzt wird. Diesen Prozess miterleben zu dürfen, ist fraglos ein Privileg.

Ein wenig getrübt wird die Freude über dieses und andere ehrgeizige oder auch nur wünschenswerte Vorhaben durch die Ungewissheit, was die kommunalen Finanzen betrifft. Ob es so schlimm kommen wird, wie nach dem Berliner Wachstumsbeschleunigungsgesetz in den Rathäusern befürchtet wird, sei noch einmal dahingestellt. Doch die Horror-Szenarien von hoch defizitären Haushaltsplänen verbieten jegliche Aufbruchsstimmung. Welcher Bürgermeister mag schon weit in die Zukunft schauen, wenn er nicht weiß, ob er morgen noch sein Personal bezahlen kann und die frewilligen Leistungen gleich komplett einstellen muss? Planungssicherheit sieht anders aus.

Das gilt nun leider auch für den Bad Hersfelder Kurbetrieb, der zum Jahreswechsel ohne Chefin dasteht. Die Suche nach einer Nachfolgerin/einem Nachfolger oder nach einer kreativen Lösung für diesen Aufgabenbereich kostet ein weiteres Mal wertvolle Zeit. Die Vermarktung des Kurbades als Wellness-Oase sowie die Entwicklung neuer Tourismus-Konzepte für die Festspielstadt sind drängende Aufgaben, die vorläufig nicht mit erforderlicher voller Kraft angegangen werden können.

Die schiere Größe vieler Aufgaben, dazu ein gerüttelt Maß an Unsicherheit – schon jetzt steht fest, dass es im neuen Jahr nicht leichter wird als im alten. Muss ja auch nicht – solange am Ende das Ergebnis stimmt.

ks@hersfelder-zeitung.de

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