Auf den Spuren von Martin Luther: Pilger-Projekt Eisenach-Worms kommt gut voran

„Wir sind auf dem Weg“

Andacht im winterlichen Ruinen-Rund: Nur eine Laterne leuchtete der kleinen Pilgergruppe auf ihrem Weg. Pfarrerin Imke Leipold und Dekan Ulrich Brill (von rechts) sorgten für den stimmungsvollen Rahmen der Informationsveranstaltung zum Lutherweg. Foto: Struthoff

Bad Hersfeld. Der Winter hat sein weißes Tuch auch über das Ruinen-Rund gebreitet. Jungfräulich und weiß leuchtet der Schnee im fahlen Lichte einer einzigen Laterne, als die kleine Pilgergruppe fast ehrfürchtig die abendliche Stiftsruine betritt.

„Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.“ (Hebräer 13,14). Unter dieses Motto hatte Dekan Ulrich Brill den kurzen, winterlichen Pilgerzug gestellt – die Jahreslosung 2013 der Lutherdekade.

Eigentlich suchte die kleine Gruppe, die Pfarrerin Imke Leipold und ihrer Laterne bei eisiger Kälte zur Ruine folgte, aber keine Stadt, sondern einen Weg – den Lutherweg. Er soll spätestens im Luther-Jahr 2017 die wichtigsten Stätten der Reformation: Wittenberg, Wartburg und Worms verbinden. Nach einer kleinen Andacht in der winterlich gewandeten Ruine zog die Gruppe zurück ins Gemeindehaus, um sich dort bei wärmendem Lutherpunsch über den Fortgang des Lutherweg-Projekts zu informieren.

Seit 2008 bereitet eine rührige Gruppe von Pilgerfreunden mit Unterstützung der Kirche und des Regionalforums den Wegverlauf in unserer Region vor. Seit vergangenem Jahr gibt es sogar einen Verein, der inzwischen 67 Mitglieder hat. Entlang der alten Handelsstraße „Kurze Hessen“ soll der Lutherweg in Berka die Werra queren, über Friedewald nach Bad Hersfeld zur Stiftsruine, zum Eichhof und dann weiter über Breitenbach in Richtung Worms führen.

„Wir sind auf dem Weg“, sagte Sigrid Wetterau vom Regionalforum. Fast auf seiner ganzen Strecke über 330 Kilometer von Eisenach nach Worms gebe es Unterstützer. Dennoch würden immer noch Gastgeber entlang des Weges, aber auch ehrenamtliche „Pilgerscouts“ gesucht, die Wandergruppen begleiten.

Derzeit verhandele man mit dem Land über Fördergelder für die Beschilderung und die Ausgestaltung des Weges. „Unser Traum ist es, im kommenden Jahr den ersten komplett beschilderten Abschnitt des Lutherweges in Hessen zu haben“, benannte Wetterau das nächste Etappenziel.

Von Kai A. Struthoff

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